Ärzte Zeitung online, 21.08.2017

Autoaktien

Zulieferer sind sicherer

Von Gottfried Urban

Deutsche Autobauer werden momentan von Anlegern gemieden. "Diesel-Krieg" und Kartell-Skandal führen zur Demontage eines großen Teils der Autowirtschaft. Die Bewertung zeigt, dass der Vorzeigeindustrie Deutschlands jegliche Zukunftsperspektive abgesprochen wird. Soll man nun antizyklisch Autoaktien kaufen?

Ungeachtet der ungewissen Zukunft des Verbrennungsmotors sind deutsche Autobauer nach wie vor hoch rentabel. Selbst wenn man unterstellt, dass die Autoindustrie in den nächsten Jahren nur noch halb so viel wie in den vergangenen Jahren verdient, ist die Branche für mutige Anleger eine mittelfristige Spekulation wert.

Doch wird die deutsche Autoindustrie ihre gewichtige Rolle am Weltmarkt behalten?

Vermutlich werden es die Chinesen sein, die der Elektromobilität zum Durchbruch verhelfen. Die Amerikaner reagieren wie immer am schnellsten: Tesla kündigte bereits den Bau einer Fertigung in China an. Mit Tesla setzen Anleger auf die neue Zukunftsautoaktie, deren Verlust aber mit jedem mehr verkauften Elektro-Auto steigt.

Die Autounternehmen befinden sich in einem scharfen internationalen Wettbewerb. Es gibt keinen wirklichen Marktführer. Deshalb sind sie relativ zum Markt preiswert und zahlen oft eine ordentliche aber stark schwankende Dividende. Auf lange Sicht tendieren ihre Aktien unter hohen Schwankungen seitwärts. Kaufen und liegen lassen funktioniert bei Autoaktien immer nur bedingt.

Wer zu den Verlierern und Gewinnern zählen wird, werden wir in ein paar Jahren wissen. Es gibt aber genügend Anlagealternativen in der Branche. Alle Hersteller, egal wer den Umbruch schafft, brauchen beispielhaft Reifen für die Autos oder Sensortechnik für das autonome Fahren. Also ist ein Investment in entsprechende marktführende Zulieferanten eine überlegenswerte Alternative.

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