Ärzte Zeitung online, 25.08.2017
 

Stada

Beherrschungsvertrag angekündigt

Die neuen Mehrheitseigner der Stada AG wollen den verbliebenen Aktionären demnächst eine Barabfindung anbieten.

BAD VILBEL. Der OTC- und Generikakonzern Stada bleibt auch nach Ende des spektakulären Übernahmeprozesses in den Schlagzeilen: Am Freitagverkündeten fünf der sechs Stada-Aufsichtsräte für die Kapitalseite überraschend ihre Demission, darunter auch der Aufsichtsratsvorsitzende Ferdinand Oetker.

Nur der einstige Novartis-Manager Eric Cornut, der vor einem Jahr auf Betreiben der Luxemburger Beteiligungsgesellschaft Active Ownership Capital in das Gremium gewählt worden war, will im Amt bleiben.

Oetker begründet die Rücktritte – fristgemäß zum 25. September – mit der tags zuvor ergangenen Ankündigung der neuen Stada-Mehrheitseigner Bain und Cinven, einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag anzustreben. Damit, so Oetker, "sehen wir unsere Aufgabe bei diesem Eigentümerwechsel als abgeschlossen an".

Die Bestellung der Nachfolger im Aufsichtsrat erfolge "zeitnah durch Gerichtsbeschluss".

Barabfindung für Rest-Aktien?

Der Stada-Vorstand hat den Eintritt in Gespräche über einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag bereits bestätigt. Den außenstehenden Stada-Aktionären wollen Bain und Cinven ein Angebot auf Erwerb ihrer Aktien gegen Barabfindung unterbreiten.

Für die Dauer des Beherrschungsvertrages, ließen die Investoren wissen, sollen die noch verbliebenen Stada-Aktionäre eine Ausgleichszahlung erhalten. Zur Stada-Hauptversammlung am kommenden Mittwoch steht der geplante Beherrschungsvertrag noch nicht auf der Tagesordnung. Dazu werde eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen, heißt es.

Laut Aktiengesetz wird ein Unternehmensvertrag nur wirksam, wenn 75 Prozent des zur Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals zustimmen. Damit sind Bain und Cinven, die bis dato 63,85 Prozent der Stada-Papiere eingesammelt haben, auf das Wohlwollen Dritter oder aber eine Mindestannahme der geplanten Barabfindung angewiesen.

Unterdessen gehen die Wetten auf eine hohe Abfindung weiter: Am Freitagmittag notierte die Stada-Aktie in Frankfurt bei 81 Euro – fast 15 Euro über der erfolgreichen Übernahmeofferte von Bain und Cinven. (cw)

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