Ärzte Zeitung, 20.10.2014

Ebola-Angst?

Versicherung trägt Ausfall bei Quarantäne

Geschäft mit Ebola-Angst? Ein Versicherer bietet Schutz vor Umsatzverlust.

KÖLN. Der Londoner Versicherungsmakler Miller Insurance Services und der Bostoner Makler William Gallagher Associates haben eine Police auf den Markt gebracht, mit der sich Einrichtungen aus dem Gesundheitswesen vor den finanziellen Folgen von Quarantänemaßnahmen schützen können.

Müssen Kliniken aufgrund einer Erkrankung wie Ebola Teile ihrer Einrichtung schließen, ersetzt die Police entgangene Einnahmen sowie Umsatzeinbußen nach Aufhebung der Quarantäne.

Risikoträger ist der Londoner Versicherungsmarkt Lloyd's, ein Verbund aus mehreren miteinander konkurrierenden Anbietern, den sogenannten Syndikaten. Versicherer ist das Syndikat 4020.

Die Police ist eine Reaktion auf vereinzelte Ebola-Fälle in westlichen Ländern. So hatten sich in Dallas zwei Krankenschwestern bei einem Patienten aus Liberia angesteckt.

Normale Betriebsunterbrechungsversicherungen decken Einnahmeausfälle aufgrund von Quarantäne-Maßnahmen nicht ab, weil sie auf einen physischen Schaden als Trigger für die Police abstellen.

Bei dem neuen Vertrag wird der Versicherungsfall durch eine unfreiwillige Schließung ausgelöst, die von einer Bundes-, Landes- oder städtischen Gesundheitsbehörde angeordnet wurde.

Bisher können sich nur US-Gesundheitseinrichtungen versichern. "Wir arbeiten aber daran, die Verfügbarkeit der Versicherung auf Europa auszudehnen", so Tom Hall von Miller. (frk)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Regierung will faire Kassen-Wahl

16:51 UhrBundesgesundheitsminister Spahn wünscht mehr Wettbewerb zwischen den Krankenkassen. Mit einem neuen Gesetz will er das AOK-System umkrempeln. mehr »

Masern-Impfpflicht im Gespräch

Wird die Masern-Impfung bald Pflicht in Deutschland? Laut SPD befindet sich eine solche Vorlage in Abstimmung mit dem Gesundheitsminister. Die Grünen sind skeptisch. mehr »

Wut und Ärger können Schlaganfälle begünstigen

Menschen, die sich häufig aufregen, sind gefährdeter für Schlaganfälle, zeigen Studien. Das gilt aber nicht für alle. Es spielt womöglich der Status eine Rolle, so eine Analyse. mehr »