Ärzte Zeitung, 14.01.2015

Der konkrete Fall

Für Sturmschäden gibt es erst Geld bei Stärke 8

Außergewöhnliche Wetterlagen häufen sich - und damit auch die dadurch verursachten Schäden. Gleich drei verschiedene Versicherungen springen ein.

Frage: In unserer Region hat der Orkan "Elon" am Wochenende gewütet. Vor unserem Haus ist ein Baum umgekippt und hat mein Auto beschädigt. Zudem sind einige Ziegel vom Dach gefallen. Wie sind diese Sturmschäden versichert?

Antwort: Grundsätzlich kommen nach Sturmschäden drei verschiedene Versicherungen zum Tragen, erklärt Stephan Schweda vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft. Das sind die Wohngebäudeversicherung, die Hausratversicherung sowie die Teil- beziehungsweise Vollkaskoversicherung.

Gebäudeschäden, die durch umgefallene oder abgebrochene Bäume, Äste, Schornsteine und Masten entstanden sind, ersetzt die Wohngebäudeversicherung. "Hat der Sturm das Dach abgedeckt oder Fensterscheiben eingedrückt, sind Folgeschäden durch eindringende Niederschläge ebenfalls über diese Police versichert", sagt Schweda. Das kann ein aufquellender Parkettfußboden sein, aber auch Wasserschäden an den Wänden.

Die Hausratversicherung springt ein, wenn durch das einlaufende Wasser Möbel, Kleidung oder Vorräte beschädigt oder zerstört werden. Allerdings sind durch starken Regen oder Hochwasser vollgelaufene Keller durch keine der beiden Policen gedeckt. "Für Schäden durch Hochwasser aufgrund von Starkregen muss eine separate Elementarschadenversicherung abgeschlossen werden", heißt es beim Bund der Versicherten.

 Wird das Auto durch den Sturm beschädigt, greift die Kaskoversicherung. Sie zahlt Schäden, die der Sturm direkt am Wagen verursacht hat, etwa wenn er umkippt. Aber auch wenn umherfliegende Gegenstände wie Ziegel oder Äste Schäden anrichten, springt die Kasko ein.

"Der Schadenfreiheitsrabatt in der Vollkaskoversicherung geht den Autofahrern dabei nicht verloren", so Schweda. Er weist darauf hin, dass Betroffene den Schaden mit Fotos dokumentieren und so schnell wie möglich dem Versicherer melden sollen, damit es keine Probleme bei der Regulierung gibt.

Wichtig: Die Versicherer ersetzen Sturmschäden erst ab Windstärke 8 - also ab einer Windgeschwindigkeit von 62 Stundenkilometern. Ob diese Bedingungen geherrscht haben, überprüfen sie anhand eines Datenabgleichs mit dem Deutschen Wetterdienst. (acg)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Wenn Einsamkeit krank macht

Ein Alterspsychotherapeut warnt: Ältere Männer sind besonders häufig suizidgefährdet. Einsamkeit ist ein Grund dafür. mehr »

Diabetes-Experten sind besorgt

Schon bald könnten mehr Lebensmittel "schlechten Zucker" enthalten. Für die Industrie wird der Einsatz von Isoglukose profitabler. mehr »

PKV bekennt sich zur Innovationsoffenheit

Wird es mit der neuen GOÄ erschwert, Privatpatienten neue Leistungen anzubieten? Vom PKV-Verband kommt dazu ein klares Dementi. mehr »