Chronische Hepatitis B - Rat zu früher Therapie

Ist die GPT erhöht, soll die Therapie gestartet werden.

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Ihr Ziel ist die Leber: Hepatitis-BViren.

Ihr Ziel ist die Leber: Hepatitis-BViren.

© Foto: Gilead

Von Susanne Heinzl

Nach den Anfang 2009 publizierten aktualisierten Leitlinien der European Association for the Study of the Liver (EASL) zur Therapie bei chronischer Hepatitis B soll eine Therapie bei einer Viruslast von 10

Kopien/ml und bei erhöhten Leberwerten begonnen werden. Das Fortschreiten einer chronischen Hepatitis B sei eng mit der Höhe der Viruslast assoziiert, für die Therapie empfehle die EASL deshalb den möglichst frühen Einsatz von Substanzen mit starker antiviraler Wirksamkeit und hoher Resistenzbarriere, sagte Professor Jörg Petersen aus Hamburg. Zu bevorzugen seien Tenofovir und Entecavir sowie bei entsprechend geeigneten Patienten pegyliertes Interferon (PEG-Interferon).

Mit den oral applizierbaren Substanzen wie Tenofovir (Viread®) sei die Behandlung einfach - eine Tablette am Tag genüge. Die Substanz sei sehr gut verträglich und man kenne ihre Eigenschaften durch den lang-jährigen Einsatz bei HIV-Patienten. Die hohe antivirale Potenz von Tenofovir sei unter anderen in zwei multizentrischen randomisierten doppelblinden Phase-III-Studien mit über 600 Patienten nachgewiesen worden.

Neu in den Leitlinien sei auch das Ziel der Resistenzprävention, so der Hepatologe bei einer Veranstaltung von Gilead. In den deutschen Leitlinien von 2007 sei hingegen noch von Resistenzmanagement die Rede gewesen. Tenofovir und Entecavir hätten eine sehr hohe Resistenzbarriere, die die Wahrscheinlichkeit von Resistenzmutationen minimiere. Eine aktuelle Auswertung der auf acht Jahre angelegten Zulassungsstudie zeige, dass nach 96 Wochen Therapie noch keine einzige Resistenzmutation aufgetreten war.

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