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Neue Biomarker für die kardiovaskuläre Prävention gesucht

WIESBADEN (gvg). Mehr als die Hälfte aller Patienten in deutschen Hausarztpraxen hat drei oder mehr kardiovaskuläre Risikofaktoren. Das ist eines von vielen Ergebnissen der DETECT-Studie, einer großen Erhebung zu kardiovaskulären Risikofaktoren und Biomarkern, an der sich 3500 deutsche Hausarztpraxen beteiligt haben.

Veröffentlicht: 02.05.2011, 14:18 Uhr

Datenbasis der DETECT-Studie sind 70 000 Patienten, die an zwei Stichtagen im September 2003 bei den teilnehmenden Praxen vorstellig wurden. Nachuntersuchungen gab es nach zwölf und sechzig Monaten.

Die Langzeitergebnisse der Studie DETECT, die Professor Andreas Zeiher von der Universität Frankfurt vorstellte, zeigen unter anderem, dass nur vier von zehn Herzinfarkten bei Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko nach PROCAM auftreten, 55 Prozent dagegen im mittleren Risikosegment. Nötig seien deswegen neue Biomarker, die es erlauben, jene Patienten zu identifizieren, denen trotz mittlerem oder niedrigem Risiko in den bisherigen Scores kardiovaskuläre Ereignisse drohen.

hsCRP im Fokus

Hier allerdings hatte Zeiher kaum gute Nachrichten im Gepäck: "Es wurden Myriaden von Markern für die inflammatorische Aktivierung der Gefäßwand untersucht. Fast keiner ist für die Routine geeignet." Die einzige Ausnahme ist das hoch sensitiv gemessene CRP, das in den USA mittlerweile Eingang in die Präventionsempfehlungen gefunden hat.

Basis war die JUPITER-Studie, in der Menschen mit sonst niedrigem kardiovaskulärem Risiko, aber erhöhtem hsCRP, unter Therapie mit einem Statin in vier Jahren 44 Prozent weniger kardiovaskuläre Ereignisse hatten. Ob das hsCRP in Europa und speziell in Deutschland auch Eingang in die Risikoscores findet, ist noch offen. Die CRP-Messungen seien leider sehr heterogen, so der Experte.

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