Interview

Patienten erhalten schneller Hilfe

Hausärztin Dr. Carmen Stuckart schätzt an MoodGYM die Möglichkeit, ihren Patienten schnelle Hilfe bieten zu können. Sie nimmt mit ihrer Praxis in Erfurt an der Studie teil.

Veröffentlicht:

Ärzte Zeitung: Was hat Sie veranlasst, an der Studie teilzunehmen?

Dr. Carmen Stuckart: Wir haben hier in der Region große Probleme, unseren Patienten schnelle Hilfe anzubieten. Die Wartezeiten für eine psychotherapeutische Behandlung sind sehr lang und viele Patienten warten verzweifelt auf fachärztliche Behandlung. Deshalb bin ich froh, wenn ich zumindest einem Teil meiner Patienten schnell helfen kann. Die Patienten, die das Programm nutzen, werden ermutigt, aktiv zu werden und ihren Krankheitsverlauf ein Stück weit selbst zu beeinflussen.

Welche Voraussetzungen müssen dafür erfüllt sein?

Stuckart: Das Programm zielt ja auf Patienten mit leichter bis mittelgradiger depressiver Störung ab. Patienten mit schwerwiegenden psychischen Erkrankungen kommen dafür nicht in Betracht. Dann müssen die Patienten natürlich mit dem Internet vertraut sein, einen Internetanschluss haben und in der Lage sein, die Fragen zu verstehen, mit denen sie durch das Programm geleitet werden.

Welche Erfahrungen haben Sie mit MoodGYM gemacht?

Stuckart: Ich habe durchweg positive Rückmeldungen von meinen Patienten bekommen. Insgesamt habe ich von Februar 2014 bis Juni vorigen Jahres 17 Patienten in das Programm aufgenommen. Das waren eher junge bis mittelalte Patienten, und alle waren sehr zufrieden mit der Betreuung. Ich kenne meine Patienten und habe einen guten Draht zu ihnen. Alle, denen ich MoodGYM empfohlen habe, waren dem Programm gegenüber sehr aufgeschlossen. Natürlich habe ich vorher alles genau erklärt.

Wie hoch ist der Aufwand für Ihre Praxis?

Stuckart: Das ist überhaupt nicht aufwändig. Ich muss die Anamnese machen, aber das fällt sonst ja auch an. In der Studie hat meine Mitarbeiterin die Patienten vorab einen Fragebogen ausfüllen lassen, in dem geklärt wird, ob sich das Programm für sie eignet. Das lässt sich auch im ärztlichen Gespräch schnell machen. (Ebert-Rall)

Lesen Sie dazu auch: Depression: Online-Programm unterstützt die Therapie

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