Strahlentherapie

15 Jahre warten auf den Erfolg

Prostatakrebs lässt sich durch eine Strahlen­therapie dauerhaft kontrollieren. Doch auch Jahre später gibt es noch Rückfälle. Ob die Therapie wirkt, lässt sich oft erst nach 15 Jahren sagen.

Von Robert Bublak Veröffentlicht: 09.07.2013, 05:02 Uhr
15 Jahre warten auf den Erfolg

Modelle der Prostata: Wirkt die Strahlentherapie auch dauerhaft?

© Getty Images / Thinkstock

ATLANTA. In einer Studie der Radiotherapy Clinics of Georgia erhielten 3546 an Prostatakrebs erkrankte Männer (Alter im Median 65 Jahre) in den Jahren 1984 bis 2000 zunächst eine Implantation von Jod-125-Seeds - vor 1992 retropubisch, danach transperineal. Anschließend wurden sie extern bestrahlt. Die Nachbeobachtung mit halbjährlichen Untersuchungsterminen betrug bis zu 26 Jahre.

Das Besondere an der Studie: Statt mit dem üblichen Rezidivkriterium nach Strahlentherapie, PSA-Nadir plus 2, wurde die Rückkehr des Tumors beurteilt wie nach radikaler Prostatektomie: PSA-Anstieg über 0,2 ng/ml mit Bestätigung durch Kontrolltest. Lag der Nadir anfangs über 0,2 ng/ml, galt der erste Anstieg über diesen Wert als Rückfall.

Unter dieser Maßgabe lag der Anteil der Männer, die krankheitsfrei überlebten, nach 10, 15, 20 und 25 Jahren bei 75%, 73%, 73% und 73%. Von jenen, die nach 1995 transperineale Seeds erhalten hatten, überstanden sogar 79% die folgenden 15 Jahre ohne Rezidiv.

Nach Risikoklassen betrug das 15-Jahres-Überleben 92% (niedriges Risiko), 73% (mittleres Risiko) und 42% (hohes Risiko) (J Urol 2013; 189: 878-883).

Späteste Rückfall nach 15,5 Jahren

Der späteste Rückfall ereignete sich 15,5 Jahre nach Therapiebeginn; nach 15 Jahren war bei dem Mann noch ein PSA-Wert unter 0,2 ng/ml gemessen worden. Spätrezidive, definiert als negativer PSA-Nachweis im 10. Jahr mit PSA-Anstieg danach, traten bei 31 Patienten auf.

Dabei zeigten sich mitunter aggressive Tumoren, entgegen der Annahme, späte Rezidive sprächen für einen glimpflichen Verlauf.

Drei der Männer mit späten Rückfällen wurden binnen 36 Monaten hormonpflichtig; dabei hatte der PSA-Test sechs bis zwölf Monate vor dem Rezidiv noch 0,1 ng/ml oder weniger ergeben. Zwei Männer entwickelten Knochenmetastasen.

Mehr zum Thema

Anti-apoptotische Proteine

Neuer Therapieansatz bei Prostatakrebs

Das könnte Sie auch interessieren
Thromboseprophylaxe und COVID-19

„ÄrzteTage extra“-Podcast

Thromboseprophylaxe und COVID-19

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Leo Pharma GmbH, Neu-Isenburg
Aktuelle GTH-Empfehlung zur Thromboseprophylaxe bei COVID-19

CAT-Algorithmus

Aktuelle GTH-Empfehlung zur Thromboseprophylaxe bei COVID-19

Anzeige
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
KBV-Spitze reagiert auf Rücktrittsforderungen

TI-Probleme

KBV-Spitze reagiert auf Rücktrittsforderungen

Corona-Beschränkungen nicht mit dem Holzhammer

Landkreistag fordert

Corona-Beschränkungen nicht mit dem Holzhammer

Gentherapie mit H19 erfolgreich bei Herzschwäche

Mausmodell

Gentherapie mit H19 erfolgreich bei Herzschwäche

Diese Website verwendet Cookies. Weitere Informationen zu Cookies und und insbesondere dazu, wie Sie deren Verwendung widersprechen können, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.  Verstanden