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Aknepatienten

Auf Glukosestoffwechsel achten!

Aknepatienten plagen sich nicht nur mit lästigen Pickeln. Sie haben zudem offenbar häufig ein paar kardiometabolische Risikofaktoren, die man im Auge behalten sollte, wie eine indische Studie nahelegt.

Von Dr. Christine Starostzik Veröffentlicht:
Bei Männern mit Akne ist verstärkt mit einer verringerten Insulinsensitivität und einem ungünstigen Stoffwechselprofil zu rechnen.

Bei Männern mit Akne ist verstärkt mit einer verringerten Insulinsensitivität und einem ungünstigen Stoffwechselprofil zu rechnen.

© Farina3000 / fotolia.com

CHANDIGARH. Zusammenhänge zwischen Akne, Hyperandrogenämie und Hyperinsulinämie sind bereits aus früheren Studien bekannt.

Zudem wurde in einer kleineren Untersuchung bei den meisten Aknepatienten eine verringerte Insulinsensitivität sowie ein von der Norm abweichendes Stoffwechselprofil festgestellt.

Im Rahmen einer Querschnittstudie haben Mohit Nagpal vom Postgraduate Institute of Medical Education and Research, Chandigarh, und sein Team nun die Prävalenz des metabolischen Syndroms und einer Insulinresistenz bei erwachsenen Männern mit Akne untersucht (JAMA Dermatology 2015; online 23. Dezember).

100 Aknepatienten untersucht

Hierzu verglichen sie die Stoffwechselsituation von 100 Aknepatienten zwischen 20 und 32 Jahren mit der von 100 dermatologischen Patienten gleichen Alters ohne Akne (Kontrollgruppe).

Jeweils 25 Aknepatienten wurden nach dem Global Acne Grading System entsprechend dem Schweregrad einer von vier Gruppen zugeordnet.

Das metabolische Syndrom wurde nach den Kriterien des modifizierten National Cholesterol Education Programme Adult Treatment Panel III (NCEP-ATP III) bewertet, die Insulinresistenz nach dem Homeostasis Model Assessment-Insulin Resistance (HOMA-IR). Ein HOMA-IR-Wert > 2,5 galt als Insulinresistenz.

Gegenüber den Kontrollpersonen hatten Patienten mit Akne im Mittel einen signifikant höheren Blutdruck (systolisch 120,2 vs. 116,9 mmHg; diastolisch 79,1 vs. 76,2 mmHg) sowie einen höheren Nüchternglukosewert (88,2 vs. 84,5 mg/dl).

Mit 22 Prozent lag auch die Prävalenz der Insulinresistenz signifikant über der der Kontrollen (11 Prozent). Beim metabolischen Syndrom dagegen erreichten die Unterschiede zwischen beiden Gruppen keine Signifikanz (17 Prozent vs. 9 Prozent).

Auch das mittlere Gewicht sowie der BMI waren insgesamt vergleichbar.

Forscher fanden deutliche Abweichungen

Deutliche Abweichungen zeigten sich allerdings zwischen den verschiedenen Schweregraden der Hauterkrankung. So wogen Teilnehmer mit sehr schwerer Akne durchschnittlich über zehn Kilogramm mehr als solche mit einer leichten Form (p = 0,04).

Ein Zusammenhang zwischen dem Schweregrad der Akne und der Insulinresistenz oder dem metabolischen Syndrom war aber nicht erkennbar.

Die Studienergebnisse legen bei postadoleszenten männlichen Aknepatienten das gehäufte Auftreten einer Insulinresistenz nahe, wenn auch einschränkend die relativ geringe Probandenzahl berücksichtigt werden muss.

Um eine möglicherweise bevorstehende Hyperinsulinämie oder einen Typ-2-Diabetes frühzeitig erkennen zu können, so Nagpal und Kollegen, sollten Aknepatienten über einen längeren Zeitraum hinsichtlich ihrer Stoffwechselparameter beobachtet werden.

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