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Autofahren klappt bei Depressiven mit Antidepressiva besser als ohne

MÜNCHEN (wst). Im Beipackzettel vieler Antidepressiva wird vor einem reduzierten Reaktionsvermögen und einem erhöhten Risiko im Straßenverkehr gewarnt. Doch möglicherweise fahren Depressive mit Antidepressiva besser als ohne, denn selbst stationär behandelte Patienten sind nach zwei Wochen Therapie meist wieder fahrtüchtig.

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Die Warnung vor Antidepressiva im Straßenverkehr stützt sich vor allem auf Studien mit Gesunden, die mit diesen Arzneien in Verkehrstauglichkeits-Tests meist schlechter als ohne abschnitten, hat Dr. Alexander Brunnauer vom Bezirksklinikum Gabersee aus München berichtet.

Am Klinikums Gabersee wurde jetzt die Wirkung der Arzneien auf die Verkehrstauglichkeit bei Depressiven untersucht. Dazu wurden 30 stationär aufgenommene Depressions-Kranke mit Reboxetin oder Mirtazapin behandelt. Mit den Patienten wurden vor Beginn der Behandlung sowie 7 und 14 Tage danach Fahreignungstests gemacht.

Geprüft wurden mit den Instrumentarien der psychologisch-medizinischen Untersuchung des TÜV die Reaktiongeschwindigkeiten, visuelle Wahrnehmungsleistungen, Streßtoleranz, Vigilanz und selektive Aufmerksamkeit.

Zudem waren verschiedene Risikosituationen am Fahrsimulator zu meistern, sagte Brunnauer auf einer Veranstaltung des Unternehmens Merz. Um Lerneffekte zu minimieren, wurden die Versuchsanordnungen variiert.

Vor Behandlungsbeginn scheiterten 63 Prozent der Patienten an den gesetzlich vorgegebenen Mindestanforderungen zum Führen eines Kraftfahrzeuges. Diese werden etwa bei Zweifeln an der Fahrtüchtigkeit überprüft.

Schon nach sieben Tagen war eine signifikante Leistungsverbesserung zu verzeichnen und nach 14 Tagen Therapie bestanden immerhin 80 Prozent der Patienten den Fahrtüchtigkeitstest. Signifikante Unterschiede zwischen den beiden Therapie-Gruppen wurden nicht offensichtlich.

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