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Bald gibt es ein Antidementivum als Pflaster

BERLIN (gvg). Bald soll es einen Cholinesterase-Hemmer auch als Pflaster geben. Die neue Applika- tionsform mit dem Wirkstoff Rivastigmin (Exelon®) konnte in Studien die Compliance bei Alzheimer- Patienten verbessern und unerwünschte Wirkungen reduzieren.

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Das Pflaster des Unternehmens Novartis soll am 15. Oktober auf den Markt kommen. Es wurde in einer Studie mit knapp 1200 Patienten geprüft und mit einer oralen Therapie sowie mit Placebo verglichen. "Bisher können wir Antidementiva oft nicht optimal dosieren, weil die Patienten es nicht vertragen", sagte Professor Alexander Kurz aus München. Studien zufolge nähmen mindestens 40 Prozent der mit Antidementiva therapierten Patienten eine suboptimale Dosierung ein, so der Leiter des Alzheimer-Zentrums der Technischen Universität.

Mit dem Pflaster könnte das besser werden, wie die Studie belegt: Bei äquivalenter Wirksamkeit auf kognitive Parameter und Alltagskompetenz traten in der Pflaster-Gruppe bei ähnlicher Dosis signifikant weniger Übelkeit und Erbrechen auf als mit der Kapsel. "Beim Pflaster liegen diese Symptome jetzt auch in der hohen Dosis auf Placebo-Niveau", betonte Kurz bei einer Veranstaltung von Novartis in Berlin. Das erleichtere es Ärzten, die optimale Dosis zu wählen. Das Rivastigmin-Pflaster wird in zwei Größen erhältlich sein. Das 5-cm2-Pflaster setzt 4,6 mg Rivastigmin über 24 Stunden frei. Damit werden Wirkspiegel wie mit einer 6-mg-Kapsel erreicht. Das 10- cm2-Pflaster setzt 9,5 mg pro Tag frei, was einer oralen Dosis von 12 mg entspricht.

Die Tagestherapiekosten für das große Pflaster liegen nach Angaben von Novartis bei 3,91 Euro, die Kosten für eine Therapie mit Kapseln in der hohen Dosierung bei 3,65 Euro. Beide Pflaster werden täglich gewechselt und sollten am Oberkörper platziert werden. "Ideal ist natürlich der Rücken, weil das Pflaster die Patienten dort nicht stört", so Kurz.

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