Bluthochdruck

Bei Blutdrucksenkung im Blick: Diabetes

Veröffentlicht: 19.12.2007, 05:00 Uhr

FRANKFURT AM MAIN (ner). In der Bluthochdruck-Therapie müsse individuellen Risikofaktoren Rechnung getragen werden, fordert der Berliner Pharmakologe Professor Thomas Unger. Er wandte sich bei einer Veranstaltung in Frankfurt am Main gegen Einheits-Therapiekonzepte, wie sie teilweise in den USA vertreten würden.

Vor allem der Diabetes mellitus und das metabolische Syndrom müssten aufgrund der großen Verbreitung berücksichtigt werden. "Diabetes mellitus ist eines der wichtigsten Gesundheitsrisiken der Zukunft", betonte Unger bei einer Veranstaltung des Unternehmens Boehringer Ingelheim. In dieser Gruppe von Hochdruckpatienten seien deshalb ACE-Hemmer und Angiotensin-1 (AT1)-Rezeptorantagonisten nach den neuen Leitlinien der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) Mittel der ersten Wahl.

In allen Studien mit AT-II-Blockern sei konsistent eine relative Risikoreduktion für das Neuauftreten von Diabetes mellitus von etwa 25 Prozent beobachtet worden, erinnerte der Pharmakologe. Ursache dafür sei die Verbesserung der Insulinsensitivität der Gewebe über mehrere Mechanismen. So werde zum Beispiel die Muskeldurchblutung erhöht, die Sympathikusaktivität reduziert und das Insulinsignal über mehrere Mechanismen verstärkt. Hinzu kommt eine selektive Modulation der PPAR-gamma-Aktivität in Muskel-, Leber- und Fettzellen, ähnlich der von Glitazonen, ohne dass damit unerwünschte Effekte wie eine Gewichtszunahme auftreten.

Unger zeigte sich optimistisch dahingehend, dass diese in der Grundlagenforschung ermittelten Wirkmechanismen auch klinische Bedeutung haben werden. So werden im März kommenden Jahres die Ergebnisse der Mega-Studie ONTARGET erwartet. Darin wird der AT1-Rezeptorantagonist Telmisartan (Micardis®) gegen und in Kombination mit dem ACE-Hemmer Ramipril mit Blick auf die kardiovaskuläre Morbidität und Mortalität geprüft. Unger erwartet in der Monotherapie eine Nichtunterlegenheit des Sartans gegenüber dem ACE-Hemmer.

Sollte sich die Kombination der Monotherapie als überlegen erweisen, würde dies wahrscheinlich sehr rasch in die Hochdruck-Leitlinien Eingang finden, sagte er.

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