Arthrose

Bei Handarthrose werden Wärme und topische Mittel favorisiert

AMSTERDAM (gvg). Für die Behandlung von Patienten mit Arthrose der Fingergelenke gibt es demnächst eine Leitlinie der Europäischen Rheumaliga (EULAR). Pharmakologische und nicht-pharmakologische Maßnahmen stehen gleichberechtigt nebeneinander, wie bei der EULAR-Jahrestagung in Amsterdam berichtet worden ist.

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"Studien, die sich spezifisch mit der Handarthrose beschäftigen, sind sehr rar", hat Professor Michael Doherty von der Universität Nottingham in England berichtet. Die Arbeitsgruppe um Doherty stützt sich deswegen vor allem auf einen Konsens der Experten sowie auf Daten, die aus Studien kommen, in denen andere Gelenke untersucht wurden.

So herrsche breite Übereinstimmung unter den europäischen Arthrose-Experten, daß lokale Wärmeanwendungen (zum Beispiel Wärmepackungen) die Arthose-Symptome an der Hand lindern könnten, so Doherty. Weniger stark sei der Konsens dagegen bei einer anderen nicht-pharmakologischen Maßnahme, nämlich der lokalen Anwendung von Ultraschall. Allerdings sah auch hier noch eine knappe Mehrheit der Experten einen Nutzen, weswegen das Verfahren in den künftigen Leitlinien positiv erwähnt wird.

Bei der pharmakologischen Therapie geben die Experten der Lokal-therapie klar den Vorzug vor systemischen Maßnahmen. Als topische Therapeutika kommen vor allem nicht-steroidale Antirheumatika in Frage, deren Nutzen in randomisierten, kontrollierten Studien belegt ist, wie Doherty betonte.

Die unerwünschten gastrointestinalen Wirkungen der NSAID lägen bei Lokal-therapie auf Placebo-Niveau. Ebenfalls durch randomisierte, kontrollierte Studien gestützt werde der Nutzen einer lokalen Therapie mit Capsaicin-Präparaten.

"Reicht das nicht aus, dann ist Paracetamol in einer Dosis bis vier Gramm am Tag die orale Behandlungsoption der Wahl", so Doherty weiter. Allerdings: Placebo-kontrollierte Studien zum Einsatz von Paracetamol bei Handarthrose sind Fehlanzeige. Die starke Expertenempfehlung speist sich hier aus Studien, die bei Patienten mit Arthrosebeschwerden an anderen Gelenken gemacht wurden.

Selektive und nicht-selektive nicht-steroidale Antirheumatika seien ebenfalls wirksam, sagte Doherty. Würden sie eingesetzt, sollten sie so dosiert werden, daß jeweils die niedrigste noch wirksame Dosis eingenommen wird. Eine Dauertherapie sollte, wenn möglich, vermieden werden.

Bei den invasiven Maßnahmen werden intraartikuläre Glukokortikoidinjektionen vor allem bei einer Arthrose der trapeziometakarpalen Gelenke, also der Gelenke zwischen dem Os trapezium und den Metakarpalknochen, als wirksam betrachtet.

Den Nutzen von intraartikulärer Hyaluronsäure werten die Experten als nur schwach belegt. Operative Eingriffe wie eine Versteifungsoperation werden bei schweren und anders nicht zu therapierenden Arthrosebeschwerden des Daumengrundgelenks empfohlen.

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