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Bei atopischem Ekzem punktet die Therapie mit Calcineurin-Hemmer

MÜNCHEN (sto). Für die lokale antientzündliche Therapie bei atopischer Dermatitis gibt es mit den topischen Calcineurin-Hemmern Tacrolimus und Pimecrolimus eine gute Alternative zu Kortikosteroiden. Das positive Nutzen-Risiko-Verhältnis dieser Therapien ist Ende März von der europäischen Arzneimittelbehörde EMEA bestätigt worden.

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Ein Vorteil der Therapie mit Calcineurin-Hemmern ist, daß dabei weder der Kollagenstoffwechsel noch die Regenerationsfähigkeit der Haut beeinträchtigt werden. Daran erinnerte Professor Alexander Kapp von der Hautklinik der Medizinischen Hochschule Hannover bei einer von Astellas Pharma unterstützten Veranstaltung in München. Deshalb komme es auch bei langfristiger Anwendung nicht zu einer Atrophie der Haut oder zu Teleangiektasien.

Die Wirksamkeit und Sicherheit topisch angewandter Calcineurin-Hemmer ist in vielen Studien belegt. So sei etwa nach den Ergebnissen von Kurzzeitstudien über drei Wochen eine Therapie mit Tacrolimus Salbe 0,1% (Protopic®) genauso wirksam wie eine Standardtherapie mit topischen Kortikoiden, so Kapp. Und bei Kindern mit Neurodermitis hätte Tacrolimus Salbe 0,03% in einer Studie über drei Wochen sogar signifikant besser abgeschnitten als ein topisches Kortikoid der Wirkklasse I.

Nachdem im vergangenen Jahr die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA und die europäische Zulassungsbehörde EMEA wegen möglicher Krebsrisiken die Sicherheit der topischen Calcineurin-Hemmer neu bewertet haben, habe die EMEA Ende März 2006 das positive Nutzen-Risiko-Profil dieser Produkte innerhalb der zugelassenen Indikation grundsätzlich bestätigt. Die Hersteller sind gebeten, weitere Daten zur Langzeit-Sicherheit zu sammeln. Gleichzeitig werde aber zu Vorsicht bei der Anwendung geraten, berichtete Kapp.

Demnach sollten Calcineurin-Hemmer nur dann angewendet werden, wenn mit topischen Kortikosteroiden nicht behandelt werden kann oder soll, so Kapp. Bei der Verordnung sollte eine ununterbrochene Langzeitanwendung vermieden werden. Die Behandlung sollte bis zum Verschwinden des Ekzems fortgeführt und dann beendet werden. Bei immungeschwächten Patienten und bei Patienten mit Hautkrebs dürfen die Calcineurin-Hemmer nicht angewendet werden.

Infos zur Neu-Bewertung der Sicherheit der topisch angewandten Calcineurin-Hemmer gibt es auch direkt bei der EMEA: www.emea.eu.int - in das Suchfeld "Tacrolimus Pimecrolimus" eingeben!



STICHWORT

Calcineurin-Hemmer

Calcineurin-Hemmer sind Immunmodulatoren. Die Wirkstoffe binden an die Proteine Calcium, Calmodulin und Calcineurin. Sie hemmen die Zytokinausschüttung von T-Lymphozyten und Hautzellen.

Bei lokaler Anwendung haben Calcineurin-Hemmer im Vergleich zu Steroiden eine lange Halbwertszeit und dringen nur in die Haut ein, wenn ein Barrieredefekt besteht. Steroide hingegen dringen auch in gesunde Haut ein, was zu Akkumulation führen kann. (eb)

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