Direkt zum Inhaltsbereich

Bei guter Planung reisen Diabetiker unbeschwert

NÜRNBERG (eis). Diabetes und Reisen ist Hauptthema bei der Diabetes-Aufklärungsaktion "Gesünder unter 7" in Nürnberg, die heute beginnt. Die Besucher des Franken-Center können sich bis Freitag Abend umfassend über Diabetes mellitus informieren.

Veröffentlicht:

Mit von der Partie ist der Reisejournalist Thomas Fuchsberger. Der Sohn des Entertainers Joachim Fuchsberger ist selbst Diabetiker. Er wird heute von 12 bis 16 Uhr an den Ständen der Aktion zugegen sein. Interessierte können sich von ihm Tips für Reisen mit der Krankheit holen.

Häufige Belastungen für Diabetiker auf Reisen sind heißes Klima, ungewohntes Essen, Erkältungen oder Durchfall. Hat ein reisefreudiger Diabetiker genug Reserven, um damit fertig zu werden? Wie ist dabei die antidiabetische Therapie anzupassen? Das ist bei der reisemedizinischen Beratung von Diabetikern zu klären.

Vier Wochen vor einer größeren Reise wird eine Kontrolluntersuchung empfohlen, bei der der Gesundheitspaß Diabetes aktualisiert sowie die Blutzuckereinstellung und der HbA1c überprüft werden. Bei älteren Diabetikern wird auch zu einem EKG geraten. Weiter sind zu klären:

  • Wie gut ist der Stoffwechsel eingestellt?
  • Wie gut sind Compliance undhkSelbstkontrolle?
  • Gibt es Organkomplikationen?
  • Welche Belastungen sind auf Reisen zu erwarten?

Ergeben sich dabei Hinweise auf Risiken, müssen die Patienten dazu intensiv beraten werden. Als Kontraindikationen für Auslandsreisen gelten zum Beispiel häufige schwere Hypoglykämien, schwere Fußulzera und schwere Organkomplikationen. Für die Hin- und Rückreise sollten Diabetiker einen Drei-Tages-Bedarf an Medikamenten, Teststreifen und Spritzen im Handgepäck haben. Ständig verfügbar sein sollten zudem kleine kohlenhydratreiche Zwischenmahlzeiten und Traubenzucker zum Schutz vor Hypoglykämien.

Ebenfalls ins Handgepäck gehört ein Diabetiker-Ausweis in der Landessprache. Einen solchen Ausweis in 25 Sprachen von Professor Rüdiger Petzold gibt es beim Verlag Kirchheim (www.kirchheim-verlag.de). Patienten sollten sich auch in ihrer Hausapotheke erkundigen, ob ihre Medikamente im Reiseland verfügbar sind oder welche Präparate es dort alternativ gibt.

Dafür sollten vorsorglich Rezepte mitgegeben werden. Insulin wird generell seltener durch Hitze als durch Kälte geschädigt. Hitze über 40°C ist aber zu meiden. Bei heißem Klima sollte Insulin in einer kalt ausgespülten Thermoskanne gelagert werden. Schnell unwirksam wird Insulin bei Minustemperaturen. Optimal ist die Lagerung im Kühlschrank bei etwa 8°C.

Patienten brauchen zudem Verhaltensregeln bei Hypoglykämien sowie zur Anpassung der Therapie bei Fieber oder auch Durchfall / Erbrechen. Patienten-Merkblätter hierzu hat die Tropenklinik Paul-Lechler-Krankenhaus in Tübingen zusammengestellt, sie sind im Internet abrufbar (www.tropenklinik.de, "Tropen und Reisemedizin" und "Diabetes auf Reisen" anklicken!).

Auch die Fußpflege ist ein wichtiges Beratungsthema. Ungeeignete Schuhe bei Wanderungen, Verletzungen oder Verbrennungen durch heißen Sand oder Fliesen können nämlich zu komplizierten schlecht heilenden Läsionen führen.

Wenn insulinpflichtige Diabetiker lange Flugreisen planen, dann muß das Problem der Zeitverschiebung angesprochen werden. Bei Basalinsulinen wird meist empfohlen, die Dosis anzupassen. Beispiel: Wer Richtung Osten sechs Zeitzonen überfliegt, der sollte am Flugtag seine Insulindosis um sechs 24stel, also ein Viertel, reduzieren. Bei Reisen Richtung Westen muß die Dosis entsprechend erhöht werden, natürlich immer begleitet von Blutzuckerkontrollen. Weitere Infos hierzu gibt es unter www.diabeteshaus.de.

Bei www.diabetikerbund.de gibt es das Patientenmerkblatt "Diabetiker auf Reisen" ("Reise" anklicken!)



Aktionen zu Reisen, Sport und Ernährung

Die von Sanofi-Aventis initiierte Aufklärungsaktion "Gesünder unter 7" gastiert noch in sechs deutschen Städten. Jeweils donnerstags und freitags können sich Besucher über Ursachen, Risikofaktoren sowie Therapien bei Diabetes informieren und mit Experten ins Gespräch kommen. Betroffene können zudem ihren HbA1c-Wert messen lassen. Die "Ärzte Zeitung" unterstützt die Aktion als Medienpartner. Die Termine im Überblick:

  • 20. und 21. April in Nürnberg, (Franken-Center), Thema: Reisen mit Diabetes. Am 20. April mit Reisejournalist Thomas Fuchsberger.
  • 27. und 28. April in Leipzig, (Allee-Center), Thema: Sport und Diabetes. Am 27. April Torwandschießen mit Gewichtheber Matthias Steiner und Fußballer Dimo Wache.
  • 4. und 5. Mai in Neunkirchen, (Saarpark Center), Thema: Ernährung. Showkochen mit Friedrich Zehner und Johann Lafer.
  • 11. und 12. Mai in Bremen, (Roland-Center), Thema: Reisen und Diabetes. Am 11. Mai mit Reisejournalist Thomas Fuchsberger
  • 18. und 19. Mai in Köln, (Rhein-Center) Thema: Ernährung. Am 18. Mai mit Fernsehkoch Rainer Mitze .
  • 1. und 2. Juni in Hamburg, (Elbe-Einkaufszentrum). Am 1. Juni Torwandschießen mit Uwe Seeler, Dimo Wache, Michael Hackert.

Weitere Informationen gibt es unter www.gesuender-unter-7.de

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Diagnostik bei Harnsteinen: Prozedere bei Hochrisiko-Gruppe

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5, 11]

Hoher Medical Need

Urolithiasis: Metaphylaxe kann hohe Rezidivrate deutlich senken

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Aristo Pharma GmbH, Berlin
Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

© Pinit / stock.adobe.com / generiert mit KI

Pädiatrische cholestatische Lebererkrankungen

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mirum Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Studien CLIMB THAL-111 und -131: Veränderung des Gesamt-Hb-Werts und des HbF-Werts nach Exa-cel-Infusion bei TDT-Patientinnen und -Patienten (Quelle: Locatelli F et al., European Society for Blood and Marrow Transplantation (EBMT) 2026, Madrid, Spanien, Abstract GS2-5)

© Springer Medizin Verlag

Neue Perspektiven bei Hämoglobinopathien

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Vertex Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

GeriPAIN-Leitlinie

Welche Schmerztherapien eignen sich für geriatrische Patienten?

Von unbedenklich bis gefährlich

Blutbildveränderungen: Das Einmaleins der Anämie-Diagnostik

Lesetipps
Impfheft mit COVID-19-Impfung

© RRF - stock.adobe.com

Robert Koch-Institut

STIKO lockert Impfempfehlungen gegen COVID-19

Eine Ärztin im Gespräch mit einer Patientin.

© HockleyM1 / peopleimages.com / stock.adobe.com

Kollegin gibt Tipps

So gelingt eine gute Arzt-Patienten-Beziehung

Cornelia Hösemann

© Porträt: privat | Spritze: Fied

Sie fragen – Experten antworten

Ist eine Impfung gegen HPV auch bei Frauen über 50 noch sinnvoll?