Bei viel Lithium im Wasser gibt es weniger Suizide

WIEN (dpa). Geringe Mengen von natürlich im Trinkwasser enthaltenem Lithium könnten die Zahl der Suizide senken. Dies legt eine Studie von Forschern der Universität Wien nahe.

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Für ihre Studie verglichen die Forscher um Dr. Nestor Kapusta 6460 Trinkwasserproben in 99 österreichischen Bezirken mit den jeweiligen Suizidraten dort (BJP 2011; 198: 346). Dabei habe sich ein signifikanter Zusammenhang ergeben.

"Je höher der Lithiumwert im Trinkwasser ist, desto niedriger ist die Suizidrate", heißt es im Bericht. Dies bleibe auch dann nachweisbar, wenn andere die Zahl der Selbsttötungen beeinflussende Faktoren wie das Einkommen berücksichtigt würden.

Dass Lithium in hoher Dosierung einen positiven Einfluss auf die Psyche hat, sei seit Jahrzehnten bekannt und belegt. "Das Faszinierende und Neue an unseren Ergebnissen ist aber, dass Lithium bereits in natürlichen Mengen als Spurenelement messbare Effekte auf die Gesundheit haben könnte", sagte Kapusta.

Die Dosierung in der Therapie sei rund hundertmal höher als das natürliche Vorkommen im Trinkwasser. Wie und warum diese geringen Mengen diese starke Wirkung haben, sei noch völlig unklar.

Aus diesem Grund warnen die Wissenschaftler auch davor, Lithium nun künstlich dem Trinkwasser zuzusetzen. Dies seien voreilige Schlüsse, man brauche noch mehr Untersuchungen.

Außerdem sei ungeklärt, welche Nebenwirkungen Lithium im Trinkwasser haben könnte. Eine aktuelle Studie zeige beispielsweise eine geringfügige Erhöhung der Schilddrüsenwerte bei Menschen, die in Regionen mit höherem natürlichem Lithiumwert im Wasser leben.

"Unsere Ergebnisse werden deshalb bestimmt zu zahlreichen weiteren Untersuchungen anregen", sagte Kapusta. Japanische Forscher hatten 2009 nach Angaben der Universität Wien erstmals einen Zusammenhang von Lithium im Trinkwasser und einer niedrigeren Suizidrate nachgewiesen. Wegen methodischer Mängel seien die Ergebnisse der Studie jedoch rasch in Zweifel gezogen worden.

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