Glosse
Ärztlicher Hitzehass
Es gibt viele Gründe, den Sommer toll zu finden – für Ärzte kann die warme Jahreszeit aber anstrengend sein: Manchmal liegt es an Patienten, manchmal an Kollegen... Einblicke in nervige Jahresseiten.
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Manchmal unerbärmlich: Unsere Sonne.
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Wann wird‘s mal wieder richtig Sommer? Wenn damit eine Hitzewelle wie im Juni gemeint ist, hoffentlich dieses Jahrhundert gar nicht mehr! Während der historischen Gluthitze diskutierte ganz Deutschland nur über dieses eine Thema: Aus 84 Millionen Bundestrainern wurden augenblicklich ebenso viele Meteorologie-Interessierte. Gewittersehnsucht: Ein neues Wort bevölkert wohl bald den Duden.
Für Ärzte ist der Sommer noch aus anderen Gründen eine schwierige Zeit: Angefangen von der olfaktorischen Grenzerfahrung im Untersuchungszimmer – dieser einmaligen Mischung aus Desinfektionsmittel, Schweiß und Hormonen –, über Patienten, die nicht wahrhaben wollen, dass sie sich bei 32 Grad eine „Erkältung“ zugezogen haben bis zu dem Massenexodus der Kollegen: Ja klar, übernehme ich gerne die Vertretung für eine dritte Praxis!
Zurück zu den Patienten: Der Winter bringt Knochenbrüche durch Glatteis, der Sommer Patienten mit Sonnenbrand Grad II, die schwören, „nur zehn Minuten im Schatten“ gewesen zu sein. Und die Kombination von Alkohol und dem Sprung in den Badesee ist auch nicht die geschickteste... Ganz abgesehen von Grillmeistern, die etwas viel Spiritus in das Kochgerät gaben, und Frakturen beim Sprint zum Eiswagen in ungünstigem Schuhwerk. A propos Flip-Flops: Auf der Zugspitze steht jetzt ein zweites Gipfelkreuz im Inneren der Station, damit Hobby-Bergsteiger nicht mehr zum Standard-Kreuz in eben jenen Schuhen kraxeln; eine gute Nachricht!
Zuletzt ist da noch das Mikroklima der Macht: Beim beliebten Spiel Team Arktis gegen Team Zugluft-Phobie gewinnt immer jenes mit dem ranghöchsten Arzt. Praxen ohne Klimaanlage gehen da durch die textile Hölle: Fühlt man sich beim Morgenkaffee noch als Enkelin von Werbefigur Clementine, hat man nachmittags das Gefühl, dass eine dritte Dusche angemessen wäre – wäre das nur dermatologisch nicht so unempfehlenswert... Na ja, nur noch knapp fünf Monate bis zum Winteranfang!






