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Bosentan senkt Zahl neuer Ulzerationen

KÖLN (jma). Der Endothelin-Rezeptor-Antagonist Bosentan reduziert bei Sklerodermie-Patienten, die bereits Ulzerationen hatten, die Anzahl neuer Ulzerationen an den Fingern. Für diese Indikation hat die Arznei nun die Zulassung erhalten. Bisher war Bosentan schon für die Behandlung bei pulmonal-arterieller Hypertonie zugelassen.

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Grundlage der erweiterten Zulassung ist etwa eine Studie mit 122 Sklerodermie-Patienten. In der kontrollierten Studie waren mit Bosentan (Tracleer®) 48 Prozent weniger digitale Ulzerationen während der 16-wöchigen Studiendauer neu aufgetreten als mit Placebo. Im Durchschnitt traten mit Bosentan 1,4 und mit Placebo 2,7 neue Ulzera auf (Arthritis Rheum 50, 2004, 3985). Auf die Abheilung bereits bestehender Ulzera hatte das Medikament keinen Einfluss.

Sklerodermie ist eine seltene Erkrankung, die sich über viele Jahre chronisch entwickelt. Im Schnitt vergehen 16 Jahre, bis die Diagnose gestellt wird, so Professor Thomas Krieg von der Universitätsklinik Köln bei einer Veranstaltung von Actelion. Sklerodermie beginnt oft mit einem Raynaud-Syndrom, einer anfallsweisen schweren Durchblutungsminderung der Finger nach Kälteexposition mit nur langsamer, meist schmerzhafter Erwärmung.

Bei Verdacht auf Sklerodermie kann der Facharzt helfen: Die Unterscheidung zwischen dem häufigen, aber harmlosen Raynaud-Syndrom und einer beginnenden Sklerodermie ist mit Labordiagnostik auf Autoantikörper und einer Nagelfalzuntersuchung möglich, erläutert Krieg.

Typisch für die Sklerodermie ist die von den Fingern ausgehende Verhärtung der Haut. Auch innere Organe sind beteiligt: fast immer der Gastrointestinaltrakt, aber auch oft das Herz, die Nieren und die Lunge. Jeder vierte Sklerodermie-Patient bekommt im Laufe der Erkrankung Ulzerationen an den Fingern, je jünger die Patienten sind, desto häufiger. Diese Ulzerationen verursachen starke Schmerzen und beeinträchtigen Lebensqualität und Arbeitsfähigkeit, so Emma Reil von der Sklerodermie-Selbsthilfe.

Beim Deutschen Netzwerk für Sklerodermie gibt es Infos zu spezialisierten Zentren: www.sklerodermie.info

STICHWORT

Sklerodermie

Die Sklerodermie gehört zu den Kollagenosen. Es handelt sich um eine Autoimmunerkrankung, deren Ursache noch ungeklärt ist. Man unterscheidet die zirkumskripte Sklerodermie (CS), bei der nur umschriebene Areale des Hautbindegewebes betroffen sind, und die systemische Form, die progressive Systemische Sklerodermie (PSS), die lebensbedrohend sein kann. Die Diagnose wird klinisch gestellt, durch eine Hautbiopsie sowie durch den Nachweis von antinukleären Antikörpern (Anti-Scl 70). (ner)

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