Bronchial-Ca-Patienten profitieren von wöchentlichem Paclitaxel

BERLIN (nsi). Etwa 80 Prozent der Patienten mit nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom (NSCLC) haben zum Zeitpunkt der Diagnose bereits einen Tumor im fortgeschrittenen Stadium. Unbehandelt liegt die Lebenserwartung von Patienten mit inoperablen Tumoren bei vier bis fünf Monaten. Die Patienten profitieren von einer wöchentlichen Paclitaxel-haltigen Kombi-Therapie.

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Die Chemotherapie verlängert das Überleben, wie Studien schon Mitte der 90er Jahre belegt haben. Aber welche Zytostatika in welchen Kombinationen optimal sind, wird noch geprüft. Eine multizentrische randomisierte Phase-II-Studie mit 390 Patienten hat ergeben: Die wöchentliche Gabe von Paclitaxel in vergleichsweise niedriger Dosierung, kombiniert mit Carboplatin, ist effektiver als eine dreiwöchentliche Gabe von Paclitaxel in entsprechend höherer Konzentration. Und das Therapieregime ist gut verträglich.

Studienarme mit Paclitaxel, stets kombiniert mit Carboplatin

Über die Studiendaten hat Professor Chandra P. Belani vom University of Pittsburgh Cancer Institute in Pennsylvania jetzt beim 26. Deutschen Krebskongreß in Berlin berichtet. Belani hat die Untersuchung federführend betreut (JCO 15, 2003, 2933). In den drei Armen der Studie sind verschiedene Konzentrationen von Paclitaxel (Taxol®) in Kombination mit Carboplatin verwendet worden.

Die Frage war: Lassen sich die Ergebnisse einer früheren Studie verbessern? In dieser war Paclitaxel (135 bis 225 mg/m2 Körperoberfläche) dreiwöchentlich infundiert und mit Cis- oder Carboplatin kombiniert worden. Die mittleren Überlebenszeiten betrugen in der früheren Untersuchung 7,9 Monate, die Einjahresüberlebensrate 33 Prozent (NEJM 346, 2002, 92).

Belani und seine Kollegen randomisierten in der Folgestudie 401 Patienten mit fortgeschrittenem, inoperablem NSCLC - Stadien IIIB (lokal begrenzt) und IV (mit Metastasen) - in drei Arme: Im ersten bekamen die Patienten 100 mg Paclitaxel/m2 Körperoberfläche wöchentlich in drei von vier Wochen plus Carboplatin am Tag 1 eines jeden Zyklus. Im zweiten Arm wurde dieselbe Dosis Paclitaxel verabreicht, aber Carboplatin ebenfalls wöchentlich je drei Mal und danach eine Woche Pause.

Im dritten Studienarm erhielten die Patienten 150 mg Paclitaxel/m2 Körperoberfläche im ersten Zyklus, gefolgt von 100 mg/m2 Paclitaxel im zweiten Zyklus - stets kombiniert mit Carboplatin - wöchentlich in sechs von acht Wochen. Patienten, die innerhalb von vier Monaten ansprachen, wurden erneut randomisiert und mit Paclitaxel (70 mg/m2) in drei von vier Wochen weiter behandelt oder nur beobachtet.

Die Daten von 390 Probanden ließen sich auswerten, so Belani während eines von dem Unternehmen Bristol-Myers Squibb ausgerichteten Symposium. Die mittleren Überlebenszeiten betrugen 49 Wochen in der Gruppe aus Studienarm 1, 31 Wochen in Studienarm 2 und 40 Wochen im dritten Studienarm. Die Einjahresüberlebensraten unterschieden sich - ebenso wie die mittleren Überlebenszeiten - statistisch signifikant: Sie lagen bei 47 Prozent im Studienarm 1, bei 31 Prozent im Arm 2 und bei 41 Prozent im Studienarm 3.

Belani bezeichnete das Therapieregime aus Studienarm 1 als das günstigste: der höchsten Effektivität und guten Verträglichkeit wegen. Die wöchentliche Paclitaxelgabe scheine den dreiwöchentlichen Therapieregimen in der Wirksamkeit überlegen zu sein, obwohl dies eine Phase-II-Studie mit relativ wenig Probanden gewesen sei. Auch habe die Studie ergeben, daß bei Respondern die anschließende wöchentliche Gabe von Paclitaxel in niedriger Dosierung im Vergleich zur Nachbeobachtung allein das Fortschreiten der Erkrankung weiter hinauszögern könne.

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