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Budesonid als Option bei Autoimmunhepatitis im Test

FREIBURG (gvg). Profitieren Patienten mit Autoimmunhepatitis (AIH) von einer Behandlung mit dem Steroid Budesonid? Diese Frage wird jetzt in einer neuen Studie geklärt. Interessant ist das Kortikoid bei AIH, weil es nach Resorption nahezu komplett in der Leber verstoffwechselt wird.

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Patienten mit AIH werden heute in aller Regel mit Glukokortikoiden und Azathioprin behandelt. Darauf wies Professor Michael Manns von der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) bei der Falk-Leberwoche in Freiburg. Ein Großteil der AIH-Patienten erhielten diese Medikamente als Langzeittherapie, was keine Ideallösung sei. Gesucht werden besser verträgliche Alternativen.

    Unerwünschte Steroid-Effekte sind kaum zu erwarten.
   

Hoffnungen setzt Manns auf das Steroid Budesonid, das vielen Kollegen aus topischen Anwendungen vertraut ist. "Es wird bei oraler Aufnahme nach der Resorption zu über 90 Prozent in der Leber verstoffwechselt", so Manns. Das heißt: Das Medikament erreicht die Leber, wo es auch hin soll, kaum aber andere Organe, wo es unerwünschte Effekte verursachen könnte - ideal also für Patienten mit AIH.

In einer Studie mit 200 AIH-Patienten wird derzeit untersucht, ob eine Kombination aus Budesonid (zum Beispiel Budenofalk®) und Azathioprin (zum Beispiel Azafalk®) als Initialtherapie bei AIH-Patienten der üblichen Therapie aus Prednisolon und Azathioprin ebenbürtig ist. Die Studie wird von Falk Pharma unterstützt. Die Rekrutierung der Patienten läuft bis Jahresende. Erste Auswertungen gibt es ein Jahr später.

Privatdozent Christian Strassburg, ebenfalls MHH, machte in Freiburg darauf aufmerksam, daß auch ältere Patienten mit AIH konsequent diagnostiziert und therapiert werden sollten. Denn: "Die Ansprechraten sind genauso hoch wie bei jungen Menschen", so Strassburg. Daß noch Nachholbedarf besteht, zeigt die Beobachtung, daß bei jungen Erwachsenen im Mittel drei Monate bis zur Diagnose vergehen, bei Menschen über 60 Jahren dagegen acht Monate.



STICHWORT

Autoimmunhepatitis

Die Autoimmunhepatitis (AIH) ist eine seltene Erkrankung. Man rechnet in Nordeuropa mit einer Prävalenz von 170 Erkrankungen auf eine Million Einwohner. Zwei Haupttypen gibt es: Typ 1 ist charakterisiert durch antinukleäre Antikörper und Antikörpern gegen glatte Muskulatur. Bei Typ 2 werden lösliches Leberantigen und Antikörper gegen mikrosomales Leber- und Nierenantigen nachgewiesen. Außer der Typ-1- und Typ-2-AIH gibt es noch eine Mischform, bei der AHI mit primär sklerosierenden Cholangitis zusammen vorkommt. (eb)

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