Depressionen

Bupropion jetzt als Antidepressivum erhältlich

HAMBURG (grue). Gegen Depression gibt es jetzt mit Elontril® ein neues Medikament. Das Präparat enthält den Wirkstoff Bupropion, der auch zur Unterstützung des Nikotinentzugs als Zyban® zugelassen ist. Er hemmt sowohl die neuronale Wiederaufnahme von Noradrenalin als auch von Dopamin.

Veröffentlicht: 03.04.2007, 08:05 Uhr

In den USA ist die Arznei bereits seit 17 Jahren zur antidepressiven Therapie erhältlich, sie musste aber für die Europa-Zulassung zunächst neue Studien durchlaufen. Darauf hat Professor Michael Bauer vom Uniklinikum Dresden hingewiesen.

Bupropion eigne sich wegen seiner Wirkung auf das dopaminerge System besonders für antriebsarme und psychomotorisch gehemmte Patienten. Es wird einmal täglich in einer Dosis von bis zu 300 mg eingenommen. "Bupropion ist eine Alternative zu SSRI, da es bei gleicher Wirksamkeit besser vertragen wird", sagte Bauer auf einer Veranstaltung von GlaxoSmithKline in Hamburg.

In einer der neuen Placebo-kon-trollierten Studien wurde Bupropion etwa mit Venlafaxin (75-150 mg/Tag) verglichen, und zwar bei 569 Patienten mit schweren Depressionen (Ausgangswert 30 Punkte auf der MADRS-Skala). Nach acht Wochen war die Punktzahl um 13,5 (Placebo), um 16 (Bupropion) und um 17,1 (Venlafaxin) gesunken.

Der Unterschied zwischen beiden Verumpräparaten und Placebo war signifikant. In einer weiteren Studie mit alten Patienten sei Bupropion ebenfalls signifikant besser wirksam gewesen als Placebo, sagte Bauer. Zudem konnten in einer offenen Langzeit-Studie über 44 Wochen mit Bupropion mehr Rezidive verhindert werden als mit Placebo (37 versus 52 Prozent).

Im Gegensatz zu Präparaten, die auf das serotonerge System wirken, komme es mit Bupropion nicht häufiger zu sexuellen Funktionsstörungen und Gewichtszunahmen als mit Placebo. Bauer empfiehlt die Arznei deshalb auch Depressiven mit Sexual- oder Gewichtsproblemen.

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