Chronische Wunde? Jodhaltiges Hydrogel hilft!

BERLIN (gvg). Für die Wundbehandlung steht in Deutschland ab Mai ein neues Gelpräparat zur Verfügung, das in der Zulassungsstudie die Wundheilung um etwa ein Viertel beschleunigt hat. Es kombiniert die Strategie der feuchten Wundversorgung mit einer Infektionshemmung auf Jod-Basis.

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"Bei offenen, chronischen oder akuten Wunden wird heute von Dermatologen die feuchte Wundbehandlung empfohlen, weil sie die Epithelialisierung des Gewebeschadens fördert", sagte Professor Peter Vogt aus Hannover beim Chirurgenkongreß in Berlin. Dabei gebe es allerdings ein therapeutisches Dilemma: Feuchte Wunden infizierten sich leichter, doch die meisten prophylaktischen, antiinfektiösen Strategien hemmten die Heilung, so Vogt auf einer Veranstaltung von Mundipharma.

Mit diesem Dilemma soll das Wundgel Repithel® aufräumen, das ab Mai als Medizinprodukt in Deutschland erhältlich ist. Es handelt sich um ein jodhaltiges Hydrogel auf Polyacrylbasis. Durch eine spezielle Molekülzusammensetzung soll der sonst zu beobachtende membran- und gewebeschädigende Effekt von Jodlösungen in feuchten Wundverbänden vermieden werden, während die antiinfektiöse Wirkung des Jods erhalten bleibt.

Mit dem Gel wurden bisher gute Erfahrung etwa bei superinfizierter Neurodermitis, Akne vulgaris, bakteriellen Gesichtsentzündungen, chronischen Ulzera oder diabetischen Wunden gemacht. In der Zulassung-Studie sind 167 Patienten mit akuten und chronischen Wunden nach einer Spalthauttransplantation entweder mit dem Hydrogel und einer Fettgazebedeckung oder nur mit Fettgaze behandelt worden. Eine komplette Heilung sei in der Verumgruppe nach durchschnittlich 8,7 Tagen, in der Kontrollgruppe dagegen erst nach elf Tagen aufgetreten.

Vogts Fazit: "Gerade für problematische Wunden steht jetzt eine hochinteressante, neue Option zur Verfügung."

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