Darmhormon-Analogon in Sicht

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ROM (ej). "Medikamente, die den GLP-1-Rezeptor stimulieren, sind prinzipiell in der Lage, den Blutzucker bei Typ-2-Diabetikern weitgehend zu normalisieren", sagt Professor Michael Nauck vom Diabeteszentrum Bad Lauterberg. Und das sogar ohne Hypoglykämierisiko, wie die LEAD-Zulassungsdaten zu dem neuen GLP-1 Analog Liraglutide erneut belegt haben. Liraglutide weist eine 97-prozentige Übereinstimmung mit dem menschlichen Darmhormon GLP (Glucagon-Like Peptide)-1 auf, so Nauck bei einer Veranstaltung des Unternehmens Novo Nordisk zum europäischen Diabetes-Kongress in Rom.

Wie der Inkretinforscher weiter ausführte, ist die Neigung zur Bildung von Antikörpern dadurch reduziert. In der Tat erwirkten minimale Modifikationen am Peptid und die Verknüpfung mit einer Fettsäure bereits eine Verlängerung der Halbwertszeit auf rund 13 Stunden, im Vergleich zu 1 bis 2 Minuten des natürlichen GLP-1. Mit diesem Verzögerungsprinzip kann das GLP-1-Analogon Liraglutide über 24 Stunden stabile Plasmaspiegel erzielen und den Blutzucker effizient senken.

Dies belegen die Daten des umfangreichen Phase-III-Studienprogramms, in dem Liraglutide im Vergleich zu herkömmlichen Standardtherapien bei insgesamt 4000 Patienten in unterschiedlichen Phasen des Typ-2-Diabetes geprüft wurde. "Zusammenfassend kann man sagen, Liraglutide führte bei allen Formen des Typ-2-Diabetes - vom Frühstadium bis zur Insulinpflicht - zu signifikanten Reduktionen des HbA1c-Wertes und der Nüchternblutzuckerspiegel", sagte Nauck.

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