Suchtkrankheiten

Deutlich verändertes Risikoverhalten

WEIMAR (ras). Das Risikoverhalten von Jugendlichen beim Konsum legaler wie illegaler Drogen hat sich in den vergangenen Jahren deutlich gewandelt. Während der Verbrauch von Nikotin und Alkopops deutlich zurückgegangen ist, haben das Rauschtrinken und die Einnahme illegaler Drogen (insbesondere Cannabis) an Bedeutung gewonnen.

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Auf diese Trendwende hat Thomas Lampert vom Robert-Koch-Institut in Berlin beim 12. bundesweiten Kongreß für Jugendmedizin in Weimar hingewiesen. Nur noch 35 Prozent aller jungen Männer im Alter zwischen zwölf und 25 Jahren sind heute Raucher. In den 70er Jahren lag der Anteil noch bei 65 Prozent. Noch deutlicher hat der Anteil der starken Raucher im Zeitraum von 1993 bis 2004 abgenommen: bei den Frauen um etwa 50 Prozent, bei den Männern sogar um zwei Drittel.

Die spürbare Verteuerung der Alkopops im Jahr 2004 hat zu einer ähnlichen Entwicklung geführt - allerdings in deutlich kürzerem Zeitraum. In nicht einmal zwei Jahren haben die Jugendlichen den Konsum laut Lampert um die Hälfte reduziert. Im Jahr 2003 hatten noch 62 Prozent aller jungen Menschen angegeben, in den 30 Tagen zuvor Alkopops konsumiert zu haben.

Allerdings ist offenbar das Rauschtrinken (zum Beispiel mit relativ preiswertem Wodka) in Mode gekommen. 14 Prozent der Jungen und neun Prozent der Mädchen geben in repräsentativen Erhebungen an, in den zurückliegenden 30 Tagen gleich dreimal betrunken gewesen zu sein.

Besorgniserregend ist schließlich auch, daß immer mehr junge Leute zwischen zwölf und 25 Jahren illegale Drogen konsumieren: 36 Prozent aller Jungen sowie 27 Prozent der Mädchen konsumierten 2004 Cannabis oder andere illegale Drogen.

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