Diabetes-Prävention

Deutschland ist inkonsequent!

Bei der Diabetes-Prävention ist Deutschland ins Hintertreffen geraten. Das zeigt die europäische Konferenz zur Prävention chronischer Krankheiten.

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BERLIN/BRÜSSEL. In Europa sollen vorzeitige Todesfälle durch nichtübertragbare Krankheiten – dazu zählt auch Diabetes – bis 2025 um ein Viertel verringert werden. Dieses Ziel haben die Teilnehmer der Konferenz "The European Response to Chronic Diseases – the Role of Civil Society" in der vergangenen Woche in Brüssel bekräftigt und die Ziele des neuen Aktionsplans der Weltgesundheitsorganisation bestätigt.

Zur Bekämpfung von Krebs, Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes und chronischen Atemwegserkrankungen sind vor allem Maßnahmen zur Förderung einer gesunden Ernährung, für mehr körperliche Bewegung, der Luftreinhaltung sowie der Verbesserung von Lebensmitteln vorgesehen. Von deutscher Seite nahm die Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) an der Konferenz teil.

"Auf dem Weg zur Vermeidung chronischer Krankheiten haben wir Fortschritte gemacht", berichtete DANK-Sprecher Dr. Dietrich Garlichs. "Aber es existieren in Europa teilweise erhebliche Unterschiede zwischen den Ländern, und Deutschland liegt in vielen Bereichen deutlich zurück."

Viel Alkohol, wenig Gemüse

Nach neuesten Daten der OECD konsumieren die Deutschen überdurchschnittlich viel Alkohol: elf Liter reinen Alkohols. Im EU-Durchschnitt sind es zehn Liter, Schweden und Italiener konsumieren nur etwa sieben Liter, an der Spitze steht Litauen mit 14 Litern. Auch beim Rauchen belegt Deutschland einen schlechten 15. Platz unter den 28 EU-Ländern. Beim Obst- und Gemüseverzehr landet Deutschland laut OECD-Indes auf dem drittletzten Platz.

Unausgewogene Ernährung hat Auswirkungen auf Erkrankungsraten. So stellte kürzlich der Euro Herz Index fest, dass Deutschland bei der Herzgesundheit aufgrund eines ungesunden Lebensstils mit zu hohem Zucker und Alkoholkonsum sowie zu wenig Obst und Gemüse beim Vergleich von 30 europäischen Ländern nur Rang 14 einnimmt, obwohl die Krankenversorgung leistungsstark ist.

Steuern auf Fett und Zucker

"Wir verfügen gewissermaßen über einen hochwertigen Reparaturbetrieb, was das Herz betrifft", so Garlichs., "noch wichtiger wäre es, diese Erkrankungen überhaupt nicht entstehen zu lassen."

Um dabei voranzukommen, empfiehlt der WHO-Europaplan die Nutzung von Steuern, um die Nachfrage nach Tabak, Alkohol sowie Nahrungsmitteln mit hohem Gehalt an Zucker, Fett und Salz zu beeinflussen.

Schließlich wirbt der Plan für veränderte Rezepturen von Lebensmitteln: Transfette und gesättigte Fette sollten durch ungesättigte Fette ersetzt werden. Diese Bereiche stellten für Deutschland unmittelbare Handlungsfelder dar, so Garlichs. (HL)

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