Diabetes mellitus

Diabetiker-Herzen müssen besonders geschützt werden

MANNHEIM (grue). Drei von vier Patienten mit Typ-2-Diabetes sterben an den Folgen kardiovaskulärer Ereignisse. Um sie davor zu bewahren, reicht die Blutzuckersenkung allein nicht aus.

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Die Senkung erhöhter Blutzuckerspiegel mindert nur das Risiko für mikrovaskuläre Komplikationen. "Der Hauptansatzpunkt in der Therapie sollte deshalb über die Behandlung der Hyperglykämie hinausgehen", sagte Professor Nikolaus Marx auf einer Veranstaltung von GlaxoSmithKline in Mannheim. Ziel müsse sein, das endgültige Versagen der Betazellen und die dann obligate Insulintherapie weit in die Zukunft zu verschieben. Zugleich müsse das kardiovaskuläre Risiko gesenkt werden, was bei vielen Patienten nur durch Aufstockung der antidiabetischen Therapie mit Blutdrucksenkern, Statinen und Acetylsalicylsäure gelinge.

Aber bereits im Stadium der Insulinresistenz könne viel für Herz und Gefäße getan werden. "Dabei spielen auch pleiotrope Effekte der Glitazone eine Rolle", so Marx. Diese oralen Antidiabetika senken nach Angaben des Kardiologen nicht nur den Blutzucker, sondern wirken auch der endothelialen Dysfunktion entgegen. Außerdem steigern sie den Kollagengehalt in atherosklerotischen Plaques und tragen so zu deren Stabilisierung bei. Das konnte für Rosiglitazon (Avandia®) belegt werden.

Nutzen der Therapie bei gestörter Glukosetoleranz

Von einer solchen Behandlung profitieren bereits Patienten mit gestörter Glukosetoleranz oder erhöhtem Nüchternblutzucker - beides gilt als Diabetes-Vorstufe und ist zum Beispiel bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit häufig zu finden. Off-Label wurde die antidiabetische Frühbehandlung als ein Teil der DREAM*-Studie geprüft. Darin konnte mit täglich 8 mg Rosiglitazon über drei Jahre das Risiko für Typ-2-Diabetes im Vergleich zu Placebo um mehr als 60 Prozent verringert werden.

Dieses Ergebnis ist ein Hinweis darauf, dass Rosiglitazon die Insulinsensitivität und die Funktion der Betazellen verbessert und damit offenbar eine Verstärkung der Stoffwechselstörung verhindern kann.

* Diabetes Reduction Assessment with Ramipril and Rosiglitazone Medication



STICHWORT

Diabetes und Herz

Etwa 77 Prozent der Patienten mit Diabetes mellitus haben eine Hypertonie, 30 bis 50 Prozent haben Fettstoffwechselstörungen.

Die Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems sind entscheidend für die eingeschränkte Prognose bei Diabetes. An den Folgen eines Herzinfarktes oder anderer kardiovaskulärer Erkrankungen sterben etwa 75 Prozent aller Diabetiker.

Oft wird die Stoffwechselerkrankung bei den Patienten erst bei einem Herzinfarkt diagnostiziert. (eb)

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