Direkt zum Inhaltsbereich

Dranginkontinenz belastet stärker als Streßinkontinenz

DÜSSELDORF (miz). Wird bei der überaktiven Blase mit einem Anticholinergikum behandelt, ist nicht vorhersehbar, welcher Patient auf welchen Wirkstoff anspricht oder unerwünschte Wirkungen hat. Hier hilft nur Ausprobieren, sagt Professor Daniela Schultz-Lampel.

Veröffentlicht:

Hyperaktive Blase und Dranginkontinenz belasten die Betroffenen stärker als Belastungs (Streß-)inkontinenz, weil der Umgang mit dem imperativen Harndrang schwieriger ist. Darauf hat die Direktorin des Inkontinenz-Zentrums Südwest in Villingen-Schwenningen beim Urologenkongreß in Düsseldorf hingewiesen.

Die überwiegend weiblichen Patienten sind in ihrer Freizeit, beim Sport, auf Reisen und natürlich auch bei der Arbeit stark eingeschränkt durch den plötzlich auftretenden Zwang, eiligst eine Toilette aufsuchen zu müssen. Und oft verlieren sie bereits auf dem Weg dorthin Urin, so die Urologin auf einer Veranstaltung des Unternehmens Pfizer.

Wenn diese Einschränkungen durch eine Therapie mit Anticholinergika geringer werden, ist dies für die Zufriedenheit der Patienten wichtiger als der meßbare Rückgang der Symptome. Das ergab eine von Pfizer unterstützte Studie. Das Anticholinergikum Tolterodin (von dem Unternehmen als Detrusitol® angeboten) verringerte in einer offenen Studie die Zahl der Drang- und Inkontinenz-Episoden, und die Belastung durch die Symptome wurde meßbar reduziert.

Die Anticholinergika unterscheiden sich hauptsächlich in der Häufigkeit ihrer unerwünschten Wirkungen, wie Schultz-Lampel berichtet hat. Das Spektrum reicht von sieben bis 68 Prozent. Auch der Ausprägungsgrad von trockenem Mund, Verstopfung, Sehstörungen, Schwindel, gastrointestinalen Beschwerden und Harnretention ist unterschiedlich.

Denn die Stärke hängt ab von der Spezifität des Anticholinergikums bei seiner Bindung an die verschiedenen Typen von Muskarinrezeptoren. Schultz-Lampel unterstrich, daß das Auftreten von unerwünschten Wirkungen bei Patienten völlig unvorhersehbar sei.

Mehr zum Thema

Gemeinsamer Bundesausschuss

Kein Zusatznutzen für Depemokimab und Elinzanetant

Prädisposition für Übergewicht

Erhöhte Sterblichkeit bei Brustkrebs durch genetisches BMI-Risiko

Unabhängig von traditionellen Risikofaktoren

PMOS erhöht Herzinfarktrisiko junger Frauen deutlich

Das könnte Sie auch interessieren
Vaginalmykosen neu denken: Pathogenese, Zyklus und Therapie

© piyato | iStock

Vaginalmykose im Fokus

Vaginalmykosen neu denken: Pathogenese, Zyklus und Therapie

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Intimhygiene: Was die vaginale Schleimhaut wirklich braucht

© iStock / okskukuruza

Vaginale Gesundheit

Intimhygiene: Was die vaginale Schleimhaut wirklich braucht

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

© EAU

Ergänzung EAU-Leitlinie 2026

Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

© Kateryna_Kon / stock.adobe.com

PPAR-Isoform-Selektivität: wissenschaftliche Grundlagen und klinische Relevanz

Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Planegg-Martinsried
ATTR-CM-Therapien im Wandel: Die Rolle von Acoramidis

© CLIPAREA.com / stock.adobe.com

Transthyretin-Amyloidose mit Kardiomyopathie

ATTR-CM-Therapien im Wandel: Die Rolle von Acoramidis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Bayer Vital GmbH, Leverkusen
Abb. 1: MATTERHORN-Regime beim GC/GEJC: ereignisfreies Überleben (EFS)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [10]

Perioperativ behandeln – kurativ denken

Durvalumab-basierte Therapie bei drei Tumorentitäten

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Komplexe Gemengelage

COVID-Prophylaxe 2.0: Das gilt bei der Abrechnung

Lesetipps
Einsame jüngere Frau

© Photographee.eu / stock.adobe.com

DEGAM-Kongress

Einsamkeit trifft nicht nur Ältere

Eine Frau sitzt mit einer brennenden Zigarette hinter dem Lenkrad ihres Autos.

© Peter Steffen/dpa

DEGAM-Kongress

Wie viele KHK-Patienten rauchen?