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Ein völlig normales Leben mit einem neuen Herz

FRANKFURT / MAIN (ug). Bruno Kollhorst, Mitarbeiter der Techniker Krankenkasse in Hamburg, ist der Mann hinter den Organspende-Aktionen der TK. Er weiß, wovon er spricht, wenn er über Organspende diskutiert: Der 34-Jährige lebt seit dem 8. September 2006 mit einem neuen Herzen.

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Im Frühjahr 2004 litt Kollhorst an einer schweren Virusinfektion, wahrscheinlich waren es Ringelröteln. Die Folge war eine Karditis. Nach mehreren Klinik- und Reha-Aufenthalten kam es im Juli 2006 zu einem schweren Rückfall, und Kollhorst wurde im August auf die Dringlichkeitsliste für eine Herztransplantation gesetzt. Nur drei Wochen später bekam er im Herzzentrum der Uniklinik Hamburg-Eppendorf ein neues Herz.

"Jetzt kann ich alles wieder machen, was ich vorher auch tun konnte. Ich arbeite voll, mache Sport, fahre Mountainbike und mache Kraftsport. Ich kann wieder mit Freunden ausgehen, Konzerte und Sportveranstaltungen besuchen", sagt Kollhorst, der jetzt zweimal im Jahr Geburtstag feiert - im August und am 8. September. "Ich führe ein völlig normales Leben bis auf die Tatsache, dass ich mein Leben lang Medikamente nehmen muss."

Kollhorst hatte viel Glück. Bisher ist es noch zu keiner Abstoßungsreaktion gekommen. Die Dosierung von Immunsuppressiva, Kortikoiden und Insulin konnte bereits stark gesenkt werden. "Ich bin ein Vorzeige-Patient, hat mein Professor gesagt", erzählt der TK-Mitarbeiter in einem Gespräch mit der "Ärzte Zeitung" in Frankfurt am Main.

Am Anfang war er natürlich sehr vorsichtig, etwa mit dem, was er aß. Die Patienten werden angehalten, bei jedem Symptom die Transplantationsambulanz aufzusuchen. Außerdem hätten ihn alle mit Samthandschuhen angefasst. "Aber man ist ja nicht mehr krank. Ich bin zwar auch nicht hundertprozentig gesund, aber eben nicht mehr todkrank", sagt Kollhorst heute.

Beim Essen passt er allerdings immer noch ein wenig auf und verzichtet auf alles, womit man sich infizieren könnte, etwa mit Salmonellen. So isst er kein Eis, kein Sushi und keine anderen rohen Speisen. Schinken aber hat er schon gegessen.

Kollhorst wird außer von den Spezialisten in der Transplantationsambulanz auch von seinem Hausarzt betreut. "Er hat mich von Anfang an begleitet. Er hat mich im Krankenhaus besucht, mit meinem dortigen Arzt über die zukünftige Therapie gesprochen und sich eingelesen", erzählt er.

Kollhorst wünscht sich daher auch von anderen niedergelassenen Ärzten, dass sie sich um die für sie eigentlich "exotischen Patienten" kümmern und sich mehr über Transplantation informieren. In Zukunft plant die TK deshalb auch Fortbildungsveranstaltungen für Ärzte.

Lesen Sie dazu auch: Kinospot wirbt dafür, sein Herz zu verschenken

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