Nach Prostatabiopsie

Erektionsprobleme sind häufig

Erektionsprobleme gehören zu den weniger bekannten und untersuchten Nebenwirkungen nach einer Prostatabiopsie. Dabei sind sie häufig - und Patienten sollten darüber aufgeklärt werden, fordern US-Urologen.

Von Robert BublakRobert Bublak Veröffentlicht:
Erektionsprobleme nach einer Prostatabiopsie sind häufig.

Erektionsprobleme nach einer Prostatabiopsie sind häufig.

© Markus Bormann / fotolia.com

KANSAS CITY. Zu den bekannten und gut untersuchten Nebenwirkungen einer Prostatabiopsie unter transrektaler Ultraschallkontrolle gehören Hämaturie und Hämatospermie, die mit einer Häufigkeit von 20 bis 50 Prozent auftreten.

Neben diesen eher harmlosen Störungen kommt es zu schwerwiegenderen Komplikationen wie Fieber (je nach Studie 3,5 bis 42 Prozent), etwa vier Prozent der Patienten müssen anschließend stationär behandelt werden.

Studie zu erektiler Dysfunktion

Weniger belastbare Daten, oft aus retrospektiven Erhebungen, gibt es zur erektilen Dysfunktion nach einer Prostatabiopsie.

Ein Medizinerteam um Katie Murray von der Urologischen Abteilung des University of Kansas Medical Center hat über die Ergebnisse einer prospektiven Studie zu diesem Thema berichtet (BJU Int 2014, online 28. November).

220 Patienten hatten sich beteiligt, die vor der Biopsie und eine Woche, vier Wochen sowie drei Monate danach untersucht worden waren. Dazu gehörte auch die Frage nach der Erektionsfunktion, die anhand des International Index of Erectile Function (IIEF) beantwortet wurde.

Vor der Biopsie verfügten 39 Prozent der Patienten über eine normale Erektion. 22 Prozent zeigten eine leichte, 16 Prozent eine leichte bis mäßige, 10 Prozent mäßige und 14 Prozent eine schwere erektile Dysfunktion (ED).

Gut jeder dritte Patient (34 Prozent), der vor der Biopsie eine normale Erektionsfunktion gehabt hatte, fiel eine Woche nach der Gewebeentnahme in eine der Kategorien für eine ED. Bei 17 Prozent lautete der Befund sogar auf mäßige bis schwere ED.

Auch vier Wochen sowie drei Monate nach der Biopsie lag der IIEF-Wert in der Gruppe mit anfangs normaler und dann gestörter Erektion noch immer 20 und 24 Prozent unter dem Ausgangswert, sodass die Männer einer ED-Kategorie zugeordnet werden mussten - 6,8 und 8,8 Prozent der Kategorie "mäßig bis schwer".

Als besonders ED-gefährdet erwiesen sich Männer, bei denen sich der Krebsverdacht bestätigte, solche nach Erstbiopsie und Männer über 60 Jahre.

Als wahrscheinlichste Ursache für die Störung der Erektion nach Prostatabiospie vermuten Murray und Kollegen ein multifaktorielles Geschehen: psychogene Gründe, Furcht vor dem Biopsieergebnis, Angst in Verbindung mit der Biopsie, aber womöglich zudem anatomische Ursachen wie Nervenschäden und Hämatome.

Patientenaufklärung angemahnt

"Patienten, die sich einer Prostatabiopsie unter transrektalem Ultraschall unterziehen, sollten über alle möglichen Nebeneffekte und Komplikationen informiert werden", schreiben die Wissenschaftler.

Auch die Möglichkeit einer erektilen Dysfunktion, akut oder subakut, sei aufgrund der vorliegenden Erkenntnisse mit den Patienten zu besprechen.

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