Erreger neuer Epidemien stammen meistens von Tieren

LONDON (ug). Neuartige Krankheitserreger sind vor allem aus dem tropischen Afrika, Lateinamerika und Asien zu erwarten. Daher sollte sich das Epidemie-Monitoring auf diese Regionen konzentrieren, stellen britische Forscher in einer Gefahren-Analyse fest.

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Zwischen 1940 und 2004 gab es insgesamt 335 Infektionskrankheiten, die sich epidemieartig ausgebreitet haben. Dazu zählen Medikamenten-resistente Tuberkulose, Chloroquin-resistente Malaria und HIV, berichten Wissenschaftler um Dr. Kate Jones aus London. Sie haben untersucht, wo in diesen 64 Jahren gehäuft Epidemien aufgetreten sind (Nature 451, 2008, 990).

60 Prozent der Infektionskrankheiten waren Zoonosen. 72 Prozent der zoonotischen Pathogene gingen von Wildtieren auf Menschen über. Zu den jüngsten Beispielen zählen das in Malaysia von Flughunden übertragene Nipah-Virus und das von Schleichkatzen übertragene Sars-Virus. Nach neuen Forschungen stammt das Sars-Virus ursprünglich offenbar von Fledermäusen. In China sind viele Fledermäuse mit Sars-ähnlichen Corona-Viren infiziert.

Vor allem in den 80er Jahren kam es weltweit zu einem Anstieg der Epidemien. Damals sind fast 100 neue Pathogene um die Welt gegangen, darunter das HI-Virus.

Neue Infektionskrankheiten entstehen nach der Analyse vor allem in Regionen, in denen die Bevölkerung stark wächst und auf engem Raum lebt. Dadurch wird die Landwirtschaft intensiver, Handel und Reisen nehmen zu. Das begünstigt die Ausbreitung von Infektionen. So waren auch die Verhältnisse in den westlichen Industriestaaten im vergangenen Jahrhundert. Noch immer sei das Monitoring auf Industriestaaten fokussiert, kritisiert Jones. In Zukunft müsse die Aufmerksamkeit eher auf das tropische Afrika, Asien und Lateinamerika gerichtet werden. Denn dort gebe es derzeit das größte Bevölkerungswachstum. Hier lebten viele Menschen eng mit Nutztieren wie Geflügel zusammen - Bedingungen, unter denen leicht neue Infektionskrankheiten entstehen können.

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