Viren und Stress

Fatales Duo für Schizophrenie

Zusammenspiel von Infektion bei der Mutter und Stress in der Pubertät begünstigt Entstehung von Schizophrenie.

Veröffentlicht: 11.03.2013, 15:08 Uhr

ESSEN. Vorgeburtliche Infektionen, aber auch psychischer Stress oder familiäre Vorbelastung wurden bisher als mögliche Auslöser der Schizophrenie diskutiert.

Eine internationale Forschergruppe unter Beteiligung von Mitarbeitern des Universitätsklinikums Essen - PD Dr. Harald Engler, Dr. Andrea Engler, Prof. Dr. Manfred Schedlowski - konnte nun im Tiermodell zeigen, dass eine Kombination von Infektion in der Schwangerschaft und Stress während der Pubertät eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung der Schizophrenie spielen könnte (Science 2013; 339: 1095-1099).

Dazu wurden Mäuse während der Trächtigkeit mit einem viralen Mimetikum behandelt, welches zu einer moderaten Aktivierung des mütterlichen Immunsystems führt.

Die Jungtiere dieser Mütter wurden dann zu Beginn der Pubertät unterschiedlichen Stressfaktoren ausgesetzt.

Derart behandelte Mäuse zeigten im Erwachsenenalter starke kognitive Defizite sowie neuromorphologische und neurochemische Veränderungen, wie sie auch bei Patienten mit Schizophrenie beobachtet werden.

Die Resultate der Arbeit sind laut Autoren für Schwangere kein Grund zur Panik. Viele werdende Mütter haben während ihrer Schwangerschaft auch Infektionen und jedes Kind hat Stress während der Pubertät.

Es hänge vermutlich aber sehr stark vom ‚richtigen‘ Zeitfenster ab, ob es zu einer Erkrankung kommt. Auch die Genetik, welche in der Studie nicht betrachtet wurde, könne eine Rolle spielen. (eb)

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