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Für Patienten mit Morbus Menière ist eine Dauer-Prophylaxe wichtig

BADEN-BADEN (hbr). Für eine konsequente Therapie bei Patienten mit Morbus Menière hat Professor Horst Wiethölter vom Klinikum Stuttgart beim MEDcongress in Baden-Baden plädiert.

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Der Neurologe hat darauf hingewiesen, daß es sonst zu dauernden Schwindelattacken, Hörminderung und dauerhaftem Tinnitus kommen kann. Drei Kardinalsymptome sollten an einen Morbus Menière denken lassen, sagte der Neurologe: Die Patienten klagen über mäßige bis heftige Drehschwindel-Attacken. Diese halten typischerweise einige Minuten bis mehrere Stunden an, sind aber spätestens nach einem Tag wieder vorbei. Dazu kommen noch ein Tinnitus und Schwerhörigkeit während des Anfalles. Die Ursachen der Krankheit sind nicht völlig geklärt.

Weil das Vestibularorgan gereizt ist, so Wiethölter, werden die Patienten außerdem von stark ausgeprägten Begleitsymptomen wie Übelkeit und Erbrechen gequält. Auch ein Druckgefühl auf dem Ohr kann auftreten. Meist hat der Patient nach einer überstandenen Attacke eine Zeit lang Ruhe - mal ein paar Tage, mal einige Wochen, bevor die nächste Episode beginnt.

Die Patienten sind mit 30 bis 50 Lebensjahren im besten Alter, wenn sie von der Krankheit überrascht werden. Die Anamnese ergibt für viele in den Jahren zuvor einen Tinnitus oder leichte Schwindelanfälle.

Im Akutfall könne mit den üblichen Antivertiginosa behandelt werden, zum Beispiel Sulpirid, Dimenhydrinat oder Promethazin. Wichtig sei, so Wiethölter, "daß die Patienten eine Dauer-Prophylaxe bekommen: Damit kann man den nächsten Anfall vermeiden oder mildern".

Empfohlen wird etwa Betahistin. Doch "manchmal hilft nur, das Vestibularorgan zu zerstören", mit Gentamycin zum Beispiel, das Vestibularisnerven dauerhaft schädigt. Das führt zwar zunächst zu Schwindelgefühlen. Aber dieser Schwindel wird im Lauf der Zeit kompensiert und damit werden die Patienten attackenfrei.

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