Medica

Gestörte Hämostase bei Leberkranken

Veröffentlicht: 16.10.2012, 09:25 Uhr

Chronische Lebererkrankungen enden ohne entsprechende Therapie in einer Leberzirrhose. Bei Dekompensation ist das Blutungs- sowie auch das Thromboserisiko erhöht, erinnert Privatdozent Dr. Abdurrahman Sagir aus Düsseldorf vorab zur Medica.

Neben den Gerinnungsstörungen träten auch Defekte der Thrombozytenfunktion, eine Verminderung der Thrombozytenkonzentration und eine Störung der Fibrinolyse auf.

Häufig sind Blutungen, seltener Thrombosen zu beobachten. Die Verbrauchskoagulopathie manifestiert sich sowohl in Blutungen als auch in Thrombosen. Das Auftreten kann auf eine Dysbalance zwischen den Pro- und den Antikoagulanzien zurückgeführt werden.

Bislang sei ungeklärt, warum einige Leberzirrhotiker eine schwere Blutungsneigung, andere dagegen Thrombosen entwickeln, so Sagir. Bei Blutungen empfehle sich die Gabe von FFP (fresh frozen plasma), das alle Gerinnungsfaktoren und Inhibitoren enthält.

Im Rahmen der Verbrauchskoagulopathie werde die zusätzliche Gabe von Antithrombin-Konzentrat empfohlen, falls die Gabe von FFP nicht ausreicht oder Hypervolämie-Probleme entstehen.

PD Dr. Abdurrahman Sagir aus Düsseldorf hält seinen Vortrag am Mittwoch, 14.11., bei der Veranstaltung "Akute Hämostasestörungen bei chronischen Lebererkrankungen", CCD Pavillon, Raum 111, 1. OG, 10 bis 13 Uhr.

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