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HPV-Impfung schützt langfristig vor Krebsvorstufen

Bei der HPV-Impfung ist jetzt eine Schutzwirkung für mehr als sechs Jahre nachgewiesen. Mindestens 70 Prozent der Zervixkarzinome könnten verhindert werden.

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Verdacht auf HPV-Infektion: Eine Impfung kann laut Experten "mehr als 80 Prozent aller Zervixkarzinome verhindern".

Verdacht auf HPV-Infektion: Eine Impfung kann laut Experten "mehr als 80 Prozent aller Zervixkarzinome verhindern".

© schreiter / imagebroker / imago

KÖLN (ner). Die HPV-Impfung ist sicher - das war eine Hauptbotschaft beim GynUpdate 2010 in Köln. Inzwischen geht man von einer lange anhaltenden Immunität gegen onkogene HPV-Typen aus.

Weltweit seien 60 bis 80 Millionen Frauen gegen HPV geimpft worden, sagte Professor Karl Ulrich Petry aus Wolfsburg. Von den immer wieder vermuteten schweren Nebenwirkungen bleibe "nichts übrig", so Petry. Weder seien erhöhte Abortraten bei geimpften Schwangeren festgestellt worden noch Schädigungen von Neugeborenen geimpfter Mütter.

Die in der Öffentlichkeit heftig diskutierten Todesfälle müssen nach eingehenden Untersuchungen als Koinzidenzen angesehen werden. Plötzliche Todesfälle träten bei jungen Mädchen und Frauen generell häufiger auf als gemeinhin angenommen werde, betonte der Gynäkologe.

Inzwischen ist eine Schutzwirkung der Impfung für mehr als sechs Jahre nachgewiesen. Eine anhaltende Wirksamkeit über zehn Jahre und mehr gilt als sehr wahrscheinlich. Befürchtungen, dass es durch die Impfung gegen HPV 16/18 zu einem Ersetzen der Populationslücke durch andere HPV-Typen kommen werde, haben sich bislang nicht bestätigt, so das Ergebnis einer im vergangenen Jahr publizierten Studie bei fast 19 000 Frauen im Alter zwischen 15 und 25 Jahren (Lancet 2009; 374: 301).

Vielmehr führten Kreuzprotektionen zu einem besseren Schutz vor allen Hochrisiko-HPV-Typen und CIN 2/3 (zervikalen intraepithelialen Neoplasien) als vorher angenommen. "Tatsächlich dürfte die Impfung somit nicht nur die 70 Prozent der mit HPV 16/18 assoziierten Karzinome, sondern durch die Kreuzprotektion mehr als 80 Prozent aller Zervixkarzinome verhindern", so Petry.

Ein interessanter Aspekt der Studie war, dass bereits die erste der drei empfohlenen Impfungen einen ausgeprägten Schutzeffekt hatte.

"Impfen Sie bei jungen Mädchen und nicht in einer Ersatzpopulation", empfahl der Wolfsburger seinen Kollegen außerdem. Denn zwar sind auch Frauen, die sich im Alter zwischen 24 und 45 Jahren impfen lassen, vor persistierenden HPV-Infektionen geschützt.

Es gibt aber keine Nachweise dafür, dass damit hochgradige Neoplasien verhindert werden. Werden junge Mädchen im Alter bis zu 17 Jahren geimpft, ergibt sich eine knapp 70-prozentige Reduktion des Risikos für CIN2+, bei 21- bis 26-jährigen Frauen nur eine etwa 30-prozentige Reduktion.

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