Hepatitis-B-Impfprogramm reduziert Leberkrebs-Rate

NEU-ISENBURG (eis). Ein universelles Impfprogramm für Neugeborene hat in Taiwan zu einem starken Rückgang von Leberkrebs geführt. Das hat jetzt die Analyse von 20-Jahresdaten ergeben.

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Seit dem Jahr 1984 wird für alle Neugeborenen in Taiwan zu einer Impfung gegen Hepatitis B geraten. Forscher der Nationaluniversität in Taipeh haben jetzt Daten von knapp 2000 Patienten mit hepatozellulärem Karzinom aus den Jahren 1983 bis 2004 ausgewertet (J Natl Cancer Inst 101, 2009, 1348). Die Betroffenen waren bei der Diagnose 6 bis 19 Jahre alt.

Ergebnis: 64 Krebserkrankungen traten bei geimpften Kindern und Jugendlichen in einer Beobachtungszeit von fast 38 Millionen Personenjahren auf. Im Vergleich dazu gab es 444 Krebserkrankungen bei Ungeimpften in fast 80 Millionen Personjahren. Die Rate von Krebserkrankungen war nach den Studiendaten bei den Geimpften um 69 Prozent verringert.

Erkrankten Kinder trotz Impfung an Krebs, hatten sie nach Angaben der Forscher meistens entweder keine komplette Impfserie erhalten oder sie waren bei der Geburt von einer Hepatitis-B-infizierten Mutter nicht ausreichend durch Impfung plus passiver Immunisierung mit Immunglobulinen geschützt worden.

Die Hepatitis-B-Impfung von Säuglingen bietet Kindern und Jugendlichen 20 Jahre Schutz, so das Fazit der Forscher.

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