Herzschwäche wird bei Diabetes oft übersehen

STUTTGART (eb). Etwa die Hälfte aller Typ-2-Diabetiker leidet an Herzinsuffizienz. Die Begleiterkrankung wird oft zu spät erkannt, da zunächst keine Beschwerden auftreten.

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Bereits im frühen Stadium könne die Herzschwäche mit einfachen Untersuchungen wie Ultraschall und EKG erkannt werden, betonte Professor Nikolaus Marx vom Uniklinikum Aachen bei der Tagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG).

Die sogenannte diastolische Herzinsuffizienz (HFPEF) wird unter dem Krankheitsbild der "diabetischen Kardiomyopathie" zusammengefasst. "Diese Kardiomyopathie tritt im Schnitt schon nach vier Jahren Zuckerkrankheit auf und bildet den Ausgangspunkt der Herzschwäche", erläuterte Marx.

Im nächsten Stadium, der systolischen Herzinsuffizienz (HFREF), wirft die geschädigte linke Herzkammer nicht mehr genug Blut in den Körperkreislauf aus. Dies schränkt die Lebensqualität der Betroffenen zunehmend ein, kleinste Anstrengungen können zur Qual werden.

Die Überlebensprognose von Diabetikern mit Herzinsuffizienz beträgt im Schnitt 3,6 Jahre gegenüber etwa 5,4 Jahren von Herzschwäche-Patienten ohne Diabetes.

"Bei Menschen mit Typ-2-Diabetes sollte deshalb stets frühzeitig auch nach einer diastolischen Funktionsstörung gesucht werden", fordert Marx. Leider seien nur wenige Ärzte in Deutschland gleichzeitig auf Diabetes und Kardiologie spezialisiert.

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