INTERVIEW

Homöopathie-Seminar für Einsteiger

Am 20. Oktober veranstaltet die "Ärzte Zeitung" ein ganztägiges Seminar zu Homöopathie in Stuttgart. "Das Seminar ist für Einsteiger konzipiert, mit praktischer, griffiger Theorie", betont Seminarleiter Dr. Mirko Berger aus Hamburg. Für den niedergelassenen Facharzt für Allgemeinmedizin und Anästhesie ist es wichtig, dass teilnehmende Kollegen ihr Wissen anschließend gleich in der Praxis umsetzen können. Und: "Man bekommt einen ganz einen neuen Zugang zu den Menschen", sagte Berger im Gespräch mit Gabriele Wagner von der "Ärzte Zeitung".

Veröffentlicht:

Ärzte Zeitung: Ist Homöopathie nicht eine komplizierte Therapieform? Kann man da aus dem eintägigen Seminar gleich etwas Praxisrelevantes mit nach Hause nehmen?

Dr. Mirko Berger: Das Seminar ist der homöopathischen Therapie bei akuten Krankheiten gewidmet. Der Fokus liegt auf dem kranken Organ, auf der organischen Funktionsstörung, auf bewährten Indikationen. Eine solche organbezogene Behandlung können auch Kassenärzte mit zeitlich knappen Ressourcen schnell erlernen und gleich anwenden. Es geht also nicht um klassische Homöopathie und die konstitutionelle Behandlung mit der typischen langen Anamnese und ganz anderem Vorgehen.

Das Seminar ist als Schnupper-Seminar für Einsteiger konzipiert, mit praktischer, griffiger Theorie. Man kann sich eine oder zwei Indikationen herausnehmen, warten, bis betroffene Patienten in die Praxis kommen, und dann das Erlernte umsetzen. So bekommt man ein Gefühl für die Homöopathie und merkt: Das geht ja!

Ärzte Zeitung: Welche Indikationen könnten ein guter Einstieg sein?

Berger: Zum Beispiel akute Infekte etwa der Nase, Hals, Nebenhöhlen oder Bronchien. Hier ist die Homöopathie eine elegante und wirksame Methode. Denn 80 bis 85 Prozent solcher Infekte sind viraler Genese. Zu oft werden dann noch Antibiotika verschrieben. Das belastet das Arzneimittelbudget; abgesehen von unerwünschten Wirkungen wie Diarrhoen oder allergische Reaktionen.

Ärzte Zeitung: Was würden Sie zum Beispiel bei einem Schnupfen empfehlen?

Berger: Die Homöopathie funktioniert auch im organbezogenen Bereich nach dem Ähnlichkeitsprinzip. Man kommt also nicht, wie gewohnt, direkt von einer Diagnose zu einem Arzneimittel. In der Homöopathie, auch in dem organotropen Bereich, ist es immer so, dass wir eine Ähnlichkeit brauchen.

Beispiel Schnupfen: Der Patient wird nach der Art des Schnupfens gefragt. Ist er wässrig? Eher scharf? Macht er die Nase wund? Tränen die Augen? Werden die Symptome beim Aufenthalt draußen besser? Dann ist Allium cepa (Küchenzwiebel) bewährt. Werden die gleichen Symptome aber nur in der Wärme besser, braucht der Betroffene zum Beispiel Arsenicum album. Hat ein Kind bei einem Infekt gelb-schleimigen Schnupfen und ein bisschen schleimige Konjunktivitis, ist es auch weinerlich und anhänglich, dann braucht es vielleicht Pulsatilla. Nur die Diagnose Schnupfen hilft auch im organotropen Bereich nicht.

Ärzte Zeitung: Homöopathie wird ja auch zunehmend nachgefragt.

Berger: Die Nachfrage bei den Patienten nach Homöopathie ist groß. Das wissen wir aus verschiedenen Erhebungen. Man merkt es auch, wenn man sich die Publikumspresse anschaut. Die Nachfrage ist groß, und dem muss man auch standhalten. Und: Man wird feststellen, dass es, wenn man sich ein bisschen mit der Homöopathie beschäftigt, auch einen enormen Zugewinn für die eigene Praxis und für das eigene Wohlbefinden bedeutet. Man bekommt einen ganz anderen, intensiveren, neuen Zugang zu den Menschen. Und das finde ich wichtig. Viele Ärzte scheinen ja nicht nur mit wirtschaftlichen Gegebenheiten ein bisschen unzufrieden zu sein. Die Homöopathie kann helfen, neue befriedigende Perspektiven für das eigene ärztliche Handeln zu entwickeln.



ZUR PERSON

Dr. Mirko Berger ist Arzt für Allgemeinmedizin und für Anästhesie, mit der Zusatzbezeichnung Homöopathie und war zwölf Jahre in der Klinik tätig. Er hat unter anderem 1000 Einsätze im Rettungshubschrauber und 3000 Einsätze im Notarztwagen geleistet. Jetzt führt er in Hamburg eine Praxis mit Schwerpunkt Homöopathie. Berger: "Die Intensivmedizin hat mir Spaß gemacht. Ich bin am Schluss trotzdem bei der Homöopathie hängen geblieben, weil sie mir den tiefsten Zugang zu den Menschen erlaubt und eine große Zufriedenheit bringt." (gwa)



Seminar 20. Oktober

Seminar "Homöopathie für die tägliche Praxis": 20. Oktober in Stuttgart, Holiday Inn. Die Veranstaltung ist mit 8 CME-Punkten zertifiziert. Die DHU unterstützt das Seminar. Gebühr pro Person: 60 Euro. Im Preis enthalten sind Seminar-Unterlagen, Erfrischungen und ein Mittagsimbiss.

Außerdem gibt es weitere Infos in den umfangreichen Seminarunterlagen - etwa zu Abrechnungsoptionen. Mit diesen Seminarunterlagen kann man übrigens auch noch zusätzlich CME-Punkte sammeln kann!

Das zertifizierte Seminar findet am 20. Oktober von 10 bis 18 Uhr im Holiday Inn in Stuttgart statt. Teilnahmegebühr p.P: 60 Euro. Überweisung auf: Konto der Ärzte Zeitung, Kto. Nr. 400 631 800, Commerzbank Neu-Isenburg, BLZ 500 400 00, Stichwort: Hom.Fortbildung 10 / 2007. Anmeldung unter: Fax 0 61 02 / 50 64 41 48

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