Rezidivierende Harnwegsinfekte
Immunprophylaxe senkt Antibiotika-Verbrauch
Mit der parenteralen Immunprophylaxe von Harnwegsinfekten lassen sich Antibiotika einsparen. Das senkt das Risiko der Resistenz-Bildung. Zudem werden Compliance-Probleme vermieden, die oft auf Nebenwirkungen einer Langzeit-Antibiose beruhen.
Veröffentlicht:
© [M] neirfy / stock.adobe.com
Wiesbaden. Der Erfolg einer Langzeit-Antibiose zur Prophylaxe rezidivierender Harnwegsinfekte ist stark abhängig von der Compliance. Und diese ist schlecht: In Studien hatten im Mittel nur 34 Prozent der Patientinnen die Medikamente regelmäßig eingenommen. Zwischen 5 und 21 Prozent nahmen sie nie ein. Daher wird geschätzt, dass rund die Hälfte aller Durchbruchinfektionen unter Langezeit-Antibiose auf mangelnder Compliance beruht.
Furcht vor Vaginal-Mykosen
Ein Grund für die schlechte Compliance sind die Nebenwirkungen einer Langzeit-Antibiose. So liegt das Risiko für eine Vaginal-Mykose bei 20 Prozent. Antibiotika assoziierte Nebenwirkungen führen bei rund jeder vierten Patientin mit rezidivierenden HWI zum Therapieabbruch.
Hinzu kommt: Im Zuge der Diskussion zur Vermeidung von Antibiotika-Resistenzen sind Ärzte angehalten, die Indikation für eine Antibiose streng zu stellen und nicht zwingende Antibiotika-Verordnungen zu vermeiden. In Bezug auf Harnwegsinfekte hat das bereits Einzug in die Leitlinien gefunden. So kann bei akuten unkomplizierter HWI eine rein symptomatische Therapie erwogen werden. Und bei rezidivierenden HWI ist die parenterale Immunprophylaxe eine Option vor der Langzeit-Antibiose.
Studie: Immunprophylaxe spart Antibiotika
Dass mit der i.m. Immunprophylaxe Antibiotika eingespart werden können, zeigt eine aktuelle Analyse von anonymisierten GKV-Daten. Im Zeitraum von September 2015 bis August 2020 wurde die Menge der Verschreibungen von Antibiotika untersucht – bei Patienten mit rezidivierenden HWI, die eine Immunprophylaxe mit StroVac® erhalten hatten. Die Analyse betrachtete die Antibiotika-Rezeptierungen im Bereich von zwei Jahren vor und einem Jahr nach Verabreichung der Vakzine.
Die Auswertung ergab, dass im Jahr nach einer StroVac®-Impfung bereits weniger Antibiotika verordnet wurden als im Vergleichszeitraum von zwei Jahren vor der Immunisierung:
- Verordnungen von Fosfomycin minus 58 Prozent
- Sulfamethoxazol-Trimethoprim minus 61 Prozent
- Nitrofurantoin minus 45 Prozent
- Ciprofloxacin minus 71 Prozent
Dies galt sowohl für jüngere Patienten als auch für Patienten ab 50 Jahren, wie eine Subgruppenanalyse zeigte.
Quelle: IMS®LRx Data 08/2020 Antibiotic Prescriptions Before and After STROVAC-Vaccination












