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Impfungen sind nur selten kontraindiziert

Von Wolfgang GeisselWolfgang Geissel Veröffentlicht:

Chronisch Kranke sind durch Infektionen besonders stark gefährdet und brauchen deshalb einen guten Impfschutz. Die Impfraten sind aber gerade bei Patienten mit Herzkreislauf-Krankheiten, Diabetes mellitus, COPD oder Rheuma besonders niedrig. So waren kürzlich in einer Studie mit unter 50-jährigen Lungenkranken weniger als ein Viertel von ihnen gegen Influenza und weniger als fünf Prozent gegen Pneumokokken geimpft. Und das, obwohl bei ihnen die Prävention von schweren Atemwegsinfektionen besonders wichtig ist.

Offenbar unterbleiben Impfungen häufig, weil bestimmte Umstände irrtümlich als Kontraindikationen angesehen werden. Das betont auch die Ständige Impfkommission. Und auch bei chronisch Kranken wiegt der Nutzen des Schutzes das geringe Risiko, dass eine Impfung zu Komplikationen führt, meist mehr als auf.

Bei immunsupprimierten Patienten ist allerdings Vorsicht bei Lebendimpfstoffen angezeigt, etwa gegen Masern, Mumps, Röteln und Varizellen. Eine solche Impfung sollte hier vom Urteil des behandelnden Facharztes abhängig gemacht werden. Mit Totimpfstoffen können solche Patienten in der Regel uneingeschränkt geimpft werden.

Werden diese Regeln beachtet, steht der Impfung von Chronikern nichts im Wege. Ob sich die Impfraten verbessern, hängt dabei vor allem von Hausärzten ab. Denn die meisten Patienten folgen den Empfehlungen, wenn ein Arzt ihnen eine Impfung anbietet.

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