Direkt zum Inhaltsbereich

Insulinanaloga bereichern die Diabetestherapie

BERLIN (arn). Die fast 85jährige Geschichte der Insulintherapie kann nach Angaben von Professor Reinhard Bretzel vom Uniklinikum Gießen zu Recht als Erfolg gefeiert werden. Das bislang letzte Kapitel bestreiten die Insulinanaloga, die eine weitere Verbesserung der Diabetestherapie ermöglichen: Da das Hypoglykämierisiko niedriger ist als beim Humaninsulin, läßt sich eine normnahe Stoffwechselkontrolle leichter verwirklichen.

Veröffentlicht:

Den Anreiz für die Entwicklung von Insulinanaloga lieferten die "drei Schwächen" des humanen Normalinsulins, nämlich seine zu geringe Flexibilität, Effektivität und Sicherheit, sagte Bretzel während eines Symposiums des Unternehmens Sanofi Aventis bei der 40. Jahrestagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft in Berlin.

Da Normalinsulin nicht am physiologisch vorgegebenen Ort, sondern subkutan injiziert werde, flute es zu langsam an, so daß der Patient einen Spritz-Eß-Abstand einhalten müsse. Auch werde der hohe Peak bei physiologischer Insulinsekretion nicht erreicht. Schließlich wirke Normalinsulin zu lange, und damit steige die Hypoglykämierate.

"Dagegen weist ein rasch wirksames Insulinanalogon wie Insulinglulisin (Apidra®) ein anderes Wirkprofil auf: Es bringt den raschen Peak tatsächlich zustande und kann so postprandiale Blutzuckerspitzen kappen", betonte Bretzel. Als besonders interessant wertete er die sehr rasche Wirkung bei Adipösen, so daß das Insulinanalogon für diese Zielgruppe besonders geeignet erscheine.

Patienten begrüßten vor allem den Wegfall des Spritz-Eß-Abstands mit den kurz wirksamen Insulinanaloga und berichteten über einen Gewinn an Lebensqualität. Auch die postprandiale Injektion habe sich mit diesen Analoga als effektiv und sicher herausgestellt. Daten kontrollierter Studien belegten, so Bretzel, daß lang wirksame Analoga wie Insulin glargin (Lantus®) bei Typ-1- und bei Typ-2-Diabetes eine bessere HbA1c-Einstellung als Normalinsulin ermöglichen.

Auch bei der Hypoglykämierate schnitten die Analoga besser ab als Humaninsulin. Dies gelte vor allem für die gefährlichen nächtlichen Hypoglykämien, die vom Patienten nicht wahrgenommen würden.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Sonderbericht

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz

Innovative Therapieansätze

Mit Fischhaut gegen den diabetischen Fuß

Das könnte Sie auch interessieren
Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Prof. Dr. Joachim Feldkamp (links) ist Internist und Endokrinologe am Uniklinikum Bielefeld. Prof. Dr. Markus Luster (rechts), ist Nuklearmediziner am Uniklinikum Gießen-Marburg

© [M] Feldkamp; Luster; Sanofi-Aventis

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Neue bildgebende Verfahren lassen die Schilddrüse häufiger mal leuchten

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Frankfurt am Main
Abb. 2: Klinischer Nutzen der einzelnen NOAKs versus VKA bei VHFa-Patient*innen 75 Jahre

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [2]

Nicht-valvuläres Vorhofflimmern: Nicht-Vitamin-K-abhängige orale Antikoagulanzien

Apixaban: günstiges Nutzen-Risikoprofil bei Älteren

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pfizer Pharma GmbH, Berlin
Prof. Dr. Joachim Feldkamp (links) ist Internist und Endokrinologe am Uniklinikum Bielefeld. Prof. Dr. Markus Luster (rechts), ist Nuklearmediziner am Uniklinikum Gießen-Marburg

© [M] Feldkamp; Luster; Sanofi-Aventis

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Nebenschilddrüse? Das Herz ist auch keine Nebenlunge

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Frankfurt am Main
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Deprescribing PPI

Protonenpumpenhemmer absetzen: Wie das am besten gelingt

Patienten häufigste Täter

Medizinstudierende erleben sexuelle Belästigung vor allem im PJ

Hypercholesterinämie

Lipidsenker klug kombinieren

Lesetipps
Eine Ärztin spricht mit einer älteren Patienten. Die Patientin lächelt.

© StefaNikolic / stock.adobe.com

Sprechende Medizin

4 Tipps: So können Sie den Placebo-Effekt für die Therapie nutzen

Ein Arzt spricht mit einer Patientin

© K Davis/peopleimages.com / stock.adobe.com

Interview

Patient mit Mundgeruch: Wie Sie das im Patientengespräch ansprechen

Eine junge Frau sitzt auf dem Sofa und verschränkt ihre Arme, um ihre Hände auf die Brust zu legen.

© Yauhen / Stock.adobe.com

Psychologische Interventionen

Sprechende Medizin: 10 Schritte bei chronischen Schmerzen