Interferon-beta unterstützt Chemo- und Radiotherapie

BERLIN (awa). Patienten mit fortgeschrittenem Nasopharynx-Ca profitieren von einer Therapie mit Interferon-beta nach neoadjuvanter Chemo- und Strahlentherapie. In einer Phase-III-Studie wurde bei 91 Prozent der Patienten eine komplette Remission erreicht.

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Über den Erfolg der Therapie hat Professor Rolf Mertens von der Universitätskinderklinik Aachen auf dem Deutschen Krebskongreß berichtet. Insgesamt 59 Patienten zwischen 8 und 25 Jahren nahmen an der Studie teil. Bis auf einen Patienten hatten nach Angaben von Mertens alle ein hohes Metastasierungs-Risiko und gehörten zur Hochrisikogruppe mit Erkrankungen im Stadium III und IV.

Die Patienten wurden zunächst mit Methotrexat, Cisplatin, 5-Fluorouracil und Folinsäure behandelt. Sie wurden dann bestrahlt und danach sechs Monate lang mit 105 Einheiten rekombinantem Interferon-beta (IFN-beta) pro Kilogramm Körpergewicht drei mal pro Woche behandelt. IFN-beta wirke antiproliferativ und immunmodulatorisch und hemme die Tumorangiogenese, so Mertens.

Die Raten der kompletten Remission nahmen Mertens zufolge mit jedem weiteren Behandlungsschritt zu: Nach Abschluß der Chemotherapie hatten 85 Prozent der Patienten eine partielle und 14 Prozent eine komplette Remission. Nach der Radiotherapie befanden sich 73 Prozent in kompletter Remission, und 27 Prozent hatten noch einen Resttumor. Nach der IFN-beta-Therapie sprachen 91 Prozent komplett auf die Behandlung an.

Aufgrund der guten Ergebnisse sei eine Folgestudie gestartet worden, in der allerdings das natürliche IFN-beta (Fiblaferon®) verwendet werde, da nur dieses Interferon-beta zur Behandlung beim Nasopharynx-Karzinom zugelassen sei, sagte Mertens auf einem von dem Unternehmen Biosyn ausgerichteten Symposium.

Auch die Chemo- und Radiotherapie wurde aufgrund neuer Erkenntnisse modifiziert: Methotrexat fällt weg, die Bestrahlungsmenge ist reduziert. Nach drei Zyklen Cisplatin/5-FU wird simultan mit Cisplatin und Bestrahlung behandelt.

Nach Angaben von Mertens wird die Diagnose des seltenen Nasopharynx-Karzinoms vor allem bei Kindern sehr spät gestellt, da auch wegen der unspezifischen Symptome wie Nackensteife, verstopfte Nase, Nasenbluten und Kopfschmerzen diese Erkrankung nicht vermutet wird. Charakteristisch sei ein aggressives Wachstum des Karzinoms bei Kindern und Jugendlichen und Neigung zu Fernmetastasen in Lunge, Knochen und Leber.

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