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Jodid und Levothyroxin zusammen machen Strumen klein

FALKENSTEIN (gwa). Zur medikamentösen Strumareduktion bei Erwachsenen ist die Kombination mit Jodid und Levothyroxin der Goldstandard. Eine Monotherapie mit Levothyroxin ist obsolet. Wird eine Struma früh erkannt und Patienten rasch behandelt, kann oft eine Operation vermieden werden.

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"Die Schilddrüsen-Palpation ist ein geeignetes Screening-Verfahren für die Praxis." Daran erinnerte der niedergelassene Allgemeinmediziner Dr. Diethard Sturm aus Hohenstein-Ernstthal bei einer Veranstaltung in Falkenstein im Taunus. Der Kollege empfiehlt, die Schilddrüse grundsätzlich bei der Jugenduntersuchung J1 sowie Gesundheitsuntersuchungen und Gelegenheitskonsultationen zu palpieren.

Ist der Tastbefund unauffällig, ist keine weitere morphologische Diagnostik erforderlich, wie Sturm sagte. Sinnvoll sind dann Kontrolluntersuchungen alle zwei Jahre. Und: "Bei jeder Bestimmung des TSH sollte immer auch die Schilddrüse palpiert werden", betonte Sturm bei der von Sanofi-Aventis ausgerichteten Veranstaltung.

Bei auffälligem Befund, etwa weil eine Vergrößerung oder Knoten tastbar sind, wird sonografiert. Kollegen, die etwas Erfahrung und ein Gerät mit einem passenden Schallkopf haben - Spezialisten empfehlen 7,5 MHz - können die Untersuchung selbst machen. Außerdem werden die Schilddrüsenwerte bestimmt.

Bei unkomplizierter Struma, also wenn es keine Funktionsstörungen oder etwa Druck auf Trachea gibt, kann die Schilddrüse häufig medikamentös reduziert werden. Standard ist die Kombitherapie mit Jodid und Levothyroxin, zum Beispiel im Verhältnis 2 zu 1 (etwa als Fixkombination wie Thyronajod®). Angestrebt wird ein TSH-Wert zwischen 0,3 bis 1,2 mU/l.

Warum muss es eine Kombitherapie sein? Warum reicht eine Monotherapie mit Levothyroxin nicht, die doch früher oft praktiziert wurde? Weil eine Therapie nur mit Schilddrüsen-Hormon den Jodidmangel im Schilddrüsengewebe nicht beseitigt. Durch diesen Jodidmangel aber werden Wachstumsfaktoren in der Schilddrüse stimuliert - und damit das Drüsen-Wachstum. Daran erinnerte Professor Rainer Hehrmann aus Stuttgart. Deshalb ist die Kombitherapie so wichtig.



Welche Therapie bei Knoten?

Welche medikamentöse Therampie ist die beste, um Knoten in der Schilddrüse zu verkleinern? Diese Frage wird derzeit in der Studie LISA* geklärt. 1 000 Patienten mit Schilddrüsen-Knoten größer 1 cm aus mehr als 40 Zentren werden ein Jahr lang behandelt. Sie erhalten entweder eine Kombitherapie mit Jodid plus Levothyroxin (Thyronajod® 75), oder eine Monotherapie mit Jodid (Jodetten® 150), oder Levothyroxin (L-Thyroxin Henning® 75), oder Placebo. Haupkriterium ist das Gesamtvolumen aller Knoten. (gwa)

*LISA: Levothyroxin und Iodid in der Strumatherapie Als Mono- oder Kombinationstherapie



Im April ist wieder Schilddrüsenwoche

Vom 23. bis 27. April 2007 findet bundesweit wieder die Schilddrüsenwoche statt. Wieder werden 10 000 Praxen eine Woche lang ihren Patienten Schilddrüsen-Palpationen anbieten und an der Auswertung der Ergebnisse teilnehmen. Partner der Schilddrüsenwoche sind die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie, die Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin, das Forum Schilddrüse, der Arbeitskreis Jodmangel und Sanofi-Aventis. Medienpartner ist die "Ärzte Zeitung". (gwa)

Weitere Informationen sowie Material etwa fürs Wartezimmer gibt es bei www.schilddruese.de und www.forum-schilddruese.de

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