Herzschwäche

Katheterablation hilft besser als Medikamente

Neues vom ESC: Eine Katheterablation wirkt bei Patienten mit Linksherzinsuffizienz und Vorhofflimmern besser als Medikamente.

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Ablauf einer Katheterablation bei Vorhofflimmern.

Ablauf einer Katheterablation bei Vorhofflimmern.

© Aktion Meditech

BARCELONA Eine bislang offene Frage scheint nun geklärt zu sein – zur Freude von Kardiologen und ihren Patienten: Die Katheterablation sorgt bei Patienten mit linksventrikulärer Dysfunktion (Linksherz-Insuffizienz) und Vorhofflimmern für bessere Behandlungsergebnissen als eine medikamentöse Therapie. D

Das zeigt die neue CASTLE-AF-Studie, die dieser Tage auf dem Europäischen Kardiologiekongress (ESC) in Barcelona präsentiert wurde.

Die Ablations-Patienten hatten demnach eine signifikant geringere Sterblichkeit (und mussten weniger häufig aufgrund der Herzinsuffizienz stationär aufgenommen werden als die der Kontrollgruppe mit medikamentöser Standardtherapie.

Die Untersuchung unterstreiche die Bedeutung der Katheter-Ablation als wirksames Verfahren, so Ko-Studienleiter Professor Johannes Brachmann vom Klinikum Coburg: "Bisher gab es keine klare Evidenz dafür, ob Katheterablation, Medikamente oder ein anderes Therapieverfahren den anderen bezüglich Reduktion von Sterblichkeit und stationären Aufnahmen überlegen ist."

Diese Studie, so Brachmann, habe das Potenzial, das Management von Patienten mit Vorhofflimmern und Herzinsuffizienz in der klinischen Praxis zu verändern.

Die CASTLE-AF-Studie berücksichtigte 397 Patienten aus 30 Zentren weltweit mit vorübergehendem oder dauerhaftem Vorhofflimmern und Herzinsuffizienz mit einer Pumpfunktion (EF) von weniger als 35 Prozent.

Alle Patienten hatten einen implantierten Kardioverter-Defibrillator (ICD) mit Tele-Monitoring-Funktion. Der primäre Endpunkt der Studie war eine Kombination von Sterblichkeitsrate und ungeplanten stationären Aufnahmen aufgrund der sich verschlechternden Herzinsuffizienz.

Herzinsuffizienz ist in Deutschland die häufigste Einzeldiagnose bei vollstationär behandelten Patienten. Lag die Erkrankungshäufigkeit 1995 noch bei 275 Fällen pro 100.000 Einwohner, stieg der Wert laut Deutschem Herzbericht bis 2015 auf 541 an. Das ist nahezu eine Verdoppelung.

Bei der Linksherzinsuffizienz reicht die Pumpleistung der linken Herzkammer nicht aus, um genügend Blut und damit Sauerstoff in den Blutkreislauf zu pumpen. Dadurch entsteht ein Rückstau von Blut in der Lunge. Menschen, die unter dieser Form der Herzinsuffizienz leiden, haben häufig auch Vorhofflimmern, was ihre Erkrankung und ihr Sterblichkeitsrisiko weiter verschlechtert. Bisher war die Studienlage nicht eindeutig, was die optimale Therapie für diese Patientengruppe betrifft.

(sts)

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