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Kaum Haarausfall bei Therapie mit pegyliertem Doxorubicin

FRANKFURT AM MAIN (nsi). Patientinnen mit Ovarialkarzinom, bei denen sich das Tumorwachstum während einer Primärtherapie mit Platin- und Taxan-haltigen Medikamenten lediglich stabilisiert hat oder bei denen es trotz Zytostatika-Behandlung zu einem Progreß oder einem Rezidiv innerhalb von sechs Monaten nach dem Ende der ersten Chemotherapie gekommen ist, sprechen sehr schlecht auf einen weiteren Therapieversuch mit Platin-haltigen Medikamenten an.

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Bei Frauen mit solchen Platin-refraktären Ovarialkarzinomen lassen sich durch Paclitaxel, Epirubicin, pegyliertem, liposomalem Doxorubicin (Caelyx), Gemcitabin oder Topotecan Responseraten um 20 Prozent erreichen, wie Professor Jacobus Pfisterer vom Klinikum Schleswig-Holstein in Kiel bei einer Pressekonferenz des Unternehmens Essex Pharma in Frankfurt am Main berichtet hat. Symptomenkontrolle und Lebensqualität stünden bei der Therapie in dieser Situation im Vordergrund.

Sei es den Frauen ein besonderes Anliegen, durch die Zweit-Therapie nicht ihre Haare zu verlieren, könne eine Behandlung mit pegyliertem, liposomalem Doxorubicin als eine der neueren Optionen erwogen werden, sagte Professor Andreas du Bois von den Horst-Schmidt-Kliniken in Wiesbaden.

Denn Alopezie sei bei dieser Substanz selten, ebenso eine ausgeprägte Hemmung der Blutbildung (Grad III/IV). Das in Liposomen verpackte Doxorubicin könne als unerwünschte Wirkungen Haut- und Schleimhautläsionen hervorrufen. Diesen lasse sich jedoch durch Vitamin B 6 und Therapie-Intervalle von mindestens vier Wochen vorbeugen.

In einer Studie mit 481 Frauen, die ein rezidiviertes Ovarialkarzinom hatten und als Zweit-Therapie entweder Topotecan (1,5 mg pro m2 täglich für fünf Tage alle drei Wochen) oder pegyliertes, liposomales Doxorubicin (50 mg pro m2 alle 28 Tage) erhielten, seien beide Substanzen im Langzeitverlauf ähnlich wirksam gewesen, so du Bois. Das mittlere, progressionsfreie Überleben habe 16 bis 17 Wochen betragen, die Gesamtüberlebenszeit 63 und 60 Wochen (liposomales Doxorubin und Topotecan).

Der Topoisomerase-Hemmer rufe häufiger als das in Liposomen verpackte Anthrazyklin schwere unerwünschte Effekte (Grad III/IV) hervor, vor allem eine Myelosuppression und Alopezie. Bei Frauen in der Studie, die initial auf die Kombination von Platin und Paclitaxel angesprochen hatten und für sechs Monate nach Beendigung der Therapie rezidivfrei waren ("platinsensibel"), ergab sich ein Behandlungsvorteil für das liposomale Doxorubicin, resümierte du Bois die Daten: 112 Wochen habe die Gesamtüberlebenszeit bei platinsensiblen Tumoren unter Anthrazyklin-Therapie betragen und 77 Wochen bei Topotecan.

Zwar sei eine Re-Induktion von Carboplatin plus Paclitaxel bei Frauen mit platinsensiblen Ovarialkarzinomen in Deutschland Standard für die Behandlung bei Spätrezidiven, sagte Pfisterer. Jedoch werde die Therapie häufig nicht vertragen. Deshalb müsse intensiv nach neuen Substanzen und Kombinationspartnern gesucht werden.

Die Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie (AGO) prüft daher, ob Carboplatin plus liposomales Doxorubicin bei Frauen mit gynäkologischen Tumoren inklusive rezidivierten, platinsensiblen Ovarialkarzinomen wirksam und verträglich ist. In diese GYN-3-Studie werden zur Zeit Patientinnen aufgenommen.

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