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Kinder an tödlicher Masernkomplikation erkrankt

BOCHUM (dpa/eis). In Nordrhein-Westfalen sind - unabhängig von dem aktuellen Masernausbruch - zwei Kinder an subakuter sklerosierender Panenzephalitis (SSPE) erkrankt (wir haben kurz berichtet). Die Masern-Spätfolge "ähnelt im Verlauf sehr stark der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit", sagt Sean Monks vom Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte.

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SSPE verläuft immer tödlich. Betroffen sind Kinder, die in jüngsten Jahren an Masern erkrankten. Jahre später bricht die Erkrankung aus. Die Kinder haben Gleichgewichtsstörungen und Sprachstörungen. Sie können sich schlecht erinnern und sich nicht mehr richtig bewegen. Insgesamt sechs SSPE-Erkrankungen bei Kindern sind jetzt aus NRW bekannt:

- In Datteln erkrankte ein zweijähriger Junge, der 2005 bei einer Türkeireise Masern bekommen hatte. Der Krankheitsverlauf ist ungewöhnlich, denn SSPE entwickelt sich üblicherweise erst sieben bis zehn Jahre nach einer Infektion.

- In Bochum ist ein zehnjähriger Junge erkrankt, der sich 1998 im Alter von zwei Jahren angesteckt hatte.

- Weitere Betroffene waren aus Bielefeld (2), Köln und Siegburg bekannt.

Bei der aktuellen Epidemie ist zudem eine Siebenjährige in Leverkusen an Masern-Enzephalitis erkrankt. Die Erkrankungszahlen in NRW sind rückläufig mit 66 Neuinfektionen vergangene Woche.

Weitere Masernausbrüche werden aus England, Spanien, Griechenland, Rumänien, der Ukraine, Dänemark und Schweden gemeldet. Der Kinderarztverband rät dringend zur zweimaligen Impfung in der ersten zwei Lebensjahren.

Vor dem Hintergrund des Masern-Ausbruchs in NRW hatte es kürzlich viel Kritik gegeben. So bemängelte der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission, Professor Heinz-Josef Schmitt aus Mainz, daß in Deutschland Impfprogramme mit präzisen Zielen und Erfolgskontrollen fehlen.

Der Deutsche Ärztetag in Magdeburg sprach sich für eine Masern-Pflichtimpfung aus. Deutschland gehöre zu den Ländern mit der höchsten Masernmorbidität in Europa, hieß es in dem Antrag, dem die Mehrheit der 250 Delegierten zustimmte.

Weiter wurde gefordert: Nur Kinder mit vollständigem Impfstatus sollen in staatlich finanzierte Krippen, Kindergärten und Schulen aufgenommen werden dürfen. Ärztekammern sollen gegen Kollegen, die sich "wiederholt gegen empfohlene Impfungen aussprechen", berufsrechtliche Schritte einleiten können.

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