Direkt zum Inhaltsbereich

Kombitherapien beim Magenkarzinom geprüft

BERLIN (ugr). In die Therapie bei fortgeschrittenem Magenkarzinom kommt Bewegung. Moderne Chemotherapeutika können zu längeren Überlebenszeiten bei besserer Verträglichkeit führen.

Veröffentlicht:

"Wir haben zwar noch nicht den großen Durchbruch erzielt, sehen aber, daß Substanzen wie Irinotecan die Therapie deutlich verbessern", sagte Privatdozent Markus Möhler von der Uniklinik Mainz beim Krebskongreß. Für den Topoisomerase-Hemmer Irinotecan (Campto®) wird in diesem Sommer die Zulassung zur Behandlung bei lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Magenkarzinom erwartet. Er trägt dazu bei, daß inzwischen eine mediane Überlebenszeit von neun Monaten erzielt werden kann.

Bisher genutzte Therapien ermöglichten dagegen nur ein sechsmonatiges medianes Überleben. In einer Phase-3-Studie mit 333 Patienten, die - wie gemeldet - zum Zulassungsantrag geführt hatte, hatten nach sechs Monaten noch 38 Prozent derjenigen, die Irinotecan, 5-Fluorouracil (5-FU) plus Folinsäure erhielten, keine Tumorprogression.

Möhler erwartet signifikant längere Überlebenszeiten, wenn moderne Chemotherapeutika auch bei der Magenkrebstherapie mit Antikörpern oder Angiogenese-Hemmern kombiniert genutzt werden. Bisher gebe es dazu jedoch nur erste Hinweise. Studienergebnisse stünden noch aus, so der Onkologe.

Kürzlich habe unter Federführung der Mainzer Uniklinik eine Studie begonnen, in der der Antikörper Cetuximab mit Irinotecan und 5-FU kombiniert werde. Daran nähmen 50 Zentren in Deutschland teil, so Möhler bei einem von dem Unternehmen Pfizer ausgerichteten Symposium. Ebenfalls werde der Rezeptorblocker und Angiogenese-Hemmer Sunitinib beim Magenkarzinom geprüft.

Doch auch ohne therapeutische Biomoleküle hat sich die Therapie bei Magenkrebs verbessert. Vor allem die neoadjuvante Chemotherapie ist sehr erfolgreich. Möhler: "Mehrere Studien haben ergeben, daß eine der Op vorgeschaltete Chemotherapie das progressionsfreie Überleben und das Gesamtüberleben signifikant verbessern können." Dieses Vorgehen beginne sich langsam durchzusetzen.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Vergleich mit anderen Ländern

Hautkrebs-Screening in Deutschland laut Studie ohne klaren Nutzen

Galenus-Kandidat 2026

Erste systemische Therapie tenosynovialer Riesenzelltumoren

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Diagnostik bei Harnsteinen: Prozedere bei Hochrisiko-Gruppe

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5, 11]

Hoher Medical Need

Urolithiasis: Metaphylaxe kann hohe Rezidivrate deutlich senken

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Aristo Pharma GmbH, Berlin
Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

© Pinit / stock.adobe.com / generiert mit KI

Pädiatrische cholestatische Lebererkrankungen

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mirum Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Langfristig überlegen: Kombinationen mit Daratumumab in der Erstlinie

© LASZLO / stock.adobe.com

Neu diagnostiziertes Multiples Myelom

Langfristig überlegen: Kombinationen mit Daratumumab in der Erstlinie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Janssen-Cilag GmbH, a Johnson & Johnson company, Neuss
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Vergleich mit anderen Ländern

Hautkrebs-Screening in Deutschland laut Studie ohne klaren Nutzen

Lesetipps
Eine Ärztin im Gespräch mit einer Patientin.

© HockleyM1 / peopleimages.com / stock.adobe.com

Kollegin gibt Tipps

So gelingt eine gute Arzt-Patienten-Beziehung

Die Ursachen für eine Anämie sind zahlreich. Differentialdiagnostisches Denken ist vorrausgesetzt.

© doucefleur / stock.adobe.com

Von unbedenklich bis gefährlich

Blutbildveränderungen: Das Einmaleins der Anämie-Diagnostik