Krebskranke brauchen hochdosiertes Heparin

BERLIN (kas). Niedermolekulare Heparine (NMH) sind Mittel der Wahl zur Thrombose- und Thromboserezidiv-Prophylaxe bei Tumorpatienten, die sich einer Operation unterziehen. Aufgrund des hohen Risikos sollten die NMH hoch dosiert und ausreichend lange gegeben werden, sagt Professor Bettina Kemkes-Matthes aus Gießen.

Veröffentlicht:

Nahezu die Hälfte aller Todesfälle bei Krebskranken im Zusammenhang mit Operationen sind auf Thromboembolien zurückzuführen. Überhaupt sind thromboembolische Komplikationen die zweithäufigste nicht-tumorbedingte Todesursache bei Tumorpatienten.

Und: Bei jedem siebten Tumorpatienten wird eine Thrombose diagnostiziert, nach den Ergebnissen von Autopsiestudien sogar bei nahezu jedem zweiten Krebskranken. Ursache dafür ist meist die Gerinnungsaktivierung durch den Tumor.

    Verlängerung der Therapie auf vier Wochen ist von Vorteil.
   

Da Krebskranke, was Thromboembolien betrifft, somit zur Hochrisikogruppe gehören, benötigen sie eine Hochrisiko-Dosierung, zum Beispiel bei Dalteparin (Fragmin®) eine Fixdosis von 5000 IE AXa subkutan. Die Prophylaxe dürfe nicht zu früh beendet werden, sagte Kemkes-Matthes auf dem von Pfizer unterstützten 9. Symposium "Aktuelles zur Thrombose".

So führte in einer Studie die postoperative Dalteparin-Prophylaxe über 28 Tage im Vergleich zu nur sieben Tagen bei Hochrisikopatienten - viele von ihnen hatten ein Malignom - zu einer hochsignifikanten Reduktion der Thromboserate. Vier Wochen seien einer Woche Rezidiv-Prophylaxe daher auf jeden Fall vorzuziehen, so Kemkes-Matthes.

Auch bei Patienten, die bereits eine Thromboembolie erlitten haben, hat sich die Rezidivprophylaxe mit NMH als vorteilhaft erwiesen. In der CLOT-Studie erhielten Malignompatienten mit akuter proximaler Beinvenenthrombose oder Lungenembolie nach der Akuttherapie sechs Monate entweder Dalteparin 150 IE/kg oder Warfarin bis zu einer INR von 2,0 bis 3,0. In der NMH-Gruppe sind hochsignifikant weniger Thromboembolie-Rezidive aufgetreten als in der Warfarin-Gruppe.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Chronische lymphatische Leukämie

Acalabrutinib: TTNT-Update der AMPLIFY-Studie und RWE-Daten

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Acalabrutinib: TTNT-Update der AMPLIFY-Studie und RWE-Daten

© jarun011 / stock.adobe.com

Chronische lymphatische Leukämie

Acalabrutinib: TTNT-Update der AMPLIFY-Studie und RWE-Daten

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Abb. 1: Potenzielle Schäden durch eine Influenza-Infektion an verschiedenen Organsystemen

© Springer Medizin Verlag

Impfen und Herzgesundheit

Mehr als nur Grippeschutz: Warum die Influenza-Impfung bei Menschen mit kardiovaskulären Erkrankungen so wichtig ist

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Frankfurt a. M.
Abb. 1: Mittlere Veränderung des DAS28-CRP bis Woche 52 gegenüber Ausgangswert (primärer Wirksamkeitsendpunkt)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Anti-TNF-Therapie

Erstes Golimumab-Biosimilar erweitert Therapiespielräume bei RA, PsA, axSpA und pJIA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Off-Label-Use möglich

Long-COVID-Therapie: So schätzt Hausarzt Maibaum den G-BA-Beschluss ein

Beratung in der Arztpraxis

Sicher mit Kindern verreisen: So geht‘s

Lesetipps
Ei Spiegelei in einer Pfanne

© Kevsan / stock.adobe.com

Gastbeitrag

Sind Eier wirklich so gefährlich für Herz und Gefäße?