Krebsrisiko für Minenarbeiter höher als erwartet

SALZGITTER/LONDON (dpa/eb). Das Lungenkrebsrisiko ehemaliger Bergarbeiter aus den Uranminen der DDR ist bis heute deutlich erhöht. Das hat die weltweit größte Studie zu diesem Thema ergeben, die das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) im "British Journal of Cancer" veröffentlicht hat.

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Die Wissenschaftler haben 59 000 Mitarbeiter der sowjetisch-deutschen Wismut AG untersucht. Die Minenarbeiter waren zwischen 1946 und 1998 im Erzgebirge und in Thüringen beschäftigt. Davon starben während der Studie 2388 an Lungenkrebs. Jedes Jahr kommen etwa 200 Todesfälle dazu. Die Wissenschaftler rechnen damit, daß insgesamt mehr als 7000 der untersuchten Minenarbeiter an Lungenkrebs sterben werden.

Die Studie hat zudem ergeben, daß das Lungenkrebsrisiko der Kumpel deutlich höher ist als bisher angenommen. "Vor allem die Annahme, daß das Risiko für die Minenarbeiter mit zunehmender Zeit nach der Exposition deutlich abnimmt, muß korrigiert werden", sagte Wolfram König, BfS-Präsident in Salzgitter. Auch die Abnahme des Risikos mit zunehmenden Alter der Arbeiter ist in der neuen Studie weniger deutlich ausgeprägt als bei bisherigen Studien, heißt es beim Bundesamt.

In einer weiteren Analyse der Kohortenstudie sollen vor allem die Auswirkungen kombinierter Belastungen durch Strahlung, Arsen und Staub auf das Lungenkrebsrisiko untersucht werden. Analysiert werden soll zudem das Risiko von Radon für andere Krebserkrankungen.

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