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Patienten im mittleren Alter

Länger leben mit mechanischer Herzklappe

Patienten im Alter von 50 bis 69 Jahren, die mechanische Aortenklappen erhalten hatten, lebten im Durchschnitt länger als jene mit Bioklappen. Das ist das Ergebnis einer schwedischen Studie.

Dr. Robert BublakVon Dr. Robert Bublak Veröffentlicht:

STOCKHOLM. Für mittelalte Patienten, die einen Aortenklappenersatz benötigen, sind mechanische Modelle wohl besser geeignet als Bioklappen.

Anlass für eine Studie, die Herzchirurgen um Natalie Glaser von der Karolinska-Uniklinik in Stockholm unternommen haben, sind gewisse Lücken in den einschlägigen Leitlinien zum Ersatz der Aortenklappe. So empfiehlt die European Society of Cardiology, jüngeren Patienten (< 60 Jahre) mechanische Klappen einzusetzen, ältere (> 65 Jahre) hingegen mit biologischen Klappen zu versorgen. Z

wischen 60 und 65 Jahren werden beide Klappenarten für akzeptabel angesehen. Ähnlich sehen es die Autoren der amerikanischen Leitlinie, in denen sich die Eindeutigkeitslücke zwischen 60 und 70 Jahren auftut.

Zu alldem liegen Studienergebnisse vor, wonach es im Alter zwischen 50 und 69 Jahren keine Unterschiede im Langzeitüberleben zwischen mechanischen und Bioklappen gibt.

Die schwedischen Mediziner nahmen dies zum Anlass, die Daten aller Patienten zu sichten, die sich in Schweden in den Jahren 1997 bis 2013 im Alter von 50 bis 69 Jahren einer Operation zum Aortenklappenersatz unterzogen hatten (Eur Heart J 2015; online 11. November).

Sie stießen auf die Akten von 4545 Patienten, von denen 40 Prozent Bioklappen und 60 Prozent eine mechanische Klappe erhalten hatten. Es ließen sich 1099 Paare nach dem Prinzip des Propensity-Matchings bilden, bei dem die Daten nach Faktoren abgeglichen wurden, welche die Entscheidung für und wider die eine oder andere Klappenart beeinflussen konnten.

Maximal 17 Jahre nachbeobachtet

Der mittlere Follow-up-Zeitraum umfasste rund sieben Jahre, maximal wurden die Patienten 17 Jahre nachbeobachtet. In dieser Zeit starben 16 Prozent der Patienten mit mechanischer und 20 Prozent jener mit biologischer Klappe.

Die Überlebensdaten fielen zugunsten der mechanischen Klappe aus. Das 5-, 10- und 15-Jahres-Überleben der Träger mechanischer Klappen betrug 92, 79 und 59 Prozent im Vergleich zu 89, 75 und 50 Prozent für Patienten mit Bioklappen. Im Durchschnitt war die Überlebenschance mit mechanischen Klappen um 34 Prozent höher (Hazard Ratio [HR] 1,34; p = 0,006).

In der Häufigkeit von Schlaganfällen gab es keine Unterschiede zwischen den beiden Gruppen, sie betrug 5,8 Prozent bei den Patienten mit mechanischer und 6,1 Prozent bei jenen mit biologischer Klappe, jeweils über knapp 16 Jahre gerechnet.

Patienten mit Bioprothesen mussten häufiger ein weiteres Mal operiert werden (HR 2,36), größere Blutungen erlitten sie aber seltener (HR 0,49) als Patienten mit mechanischer Klappe.

Mechanische Klappen sind haltbarer, dafür erfordern sie eine lebenslange Antikoagulationstherapie. Dennoch scheinen sie laut den schwedischen Ergebnissen auch in Altersgruppen Vorteile zu haben, für die das in den Leitlinien nicht beschrieben ist.

"Patienten im Alter von 50 bis 69 Jahren, die mechanische Aortenklappen erhalten hatten, lebten im Durchschnitt länger als jene mit Bioklappen", schreiben die Forscher in ihrem Fazit.

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