INTERVIEW

"Magenband kann Diabetiker heilen"

Am 11. und 12. April findet in Düsseldorf das Diabetes Update statt. Neue Erkenntnisse zu Typ-2- und Typ-1-Diabetes sowie zu den Folgekrankheiten stehen im Mittelpunkt. Einige besonders wichtige Erkenntnisse des vergangenen Jahres hat Professor Stephan Martin aus Düsseldorf im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung" erläutert. Der Diabetologe ist einer der beiden Leiter der Update-Veranstaltung.

Veröffentlicht: 14.03.2008, 05:00 Uhr

Ärzte Zeitung: Warum raten Sie Hausärzten, sich beim Diabetes-Update fortzubilden?

Professor Stephan Martin: Jeder Allgemeinmediziner behandelt viele Diabetiker. Was im vergangenen Jahr an praxisrelevanten Forschungsergebnissen zu Diabetes neu hinzugekommen ist, wird beim Update berichtet. Jeder der 14 Referenten hat hierzu die wichtigsten aktuellen Publikationen aus seinem Spezialgebiet zusammengestellt und bewertet. Die Veranstaltung bietet Hausärzten also eine einmalige Chance, ihr Wissen auf den neuesten Stand zu bringen.

Ärzte Zeitung: Was gibt es zum Beispiel an wichtigen neuen Erkenntnissen in der Diabetologie?

Martin: Zum Beispiel, dass man adipöse Menschen mit Typ-2-Diabetes durch ein Magenband heilen kann. So haben in einer Studie aus dem vergangenen Jahr Typ-2-Patienten mit einem BMI zwischen 30 und 40 nach dem chirurgischen Einsatz eines Magenbandes massiv an Gewicht verloren. Zwei Jahre später hatten mehr als 70 Prozent von ihnen eine komplette Remission des Diabetes. Das heißt, der Nüchternblutzucker blieb bei ihnen ohne antidiabetische Medikamente dauerhaft unter 126 mg/dl und der HbA1c-Wert unter 6,2 Prozent.

Ärzte Zeitung: Gibt es neue Studienergebnisse, die für die Hausärzte besonders wichtig sind?

Martin: Die ersten Ergebnisse der Look-Ahead-Studie verdeutlichen, wie wichtig bei Diabetes die Basistherapie mit gesunder Ernährung und Bewegung ist. In der Studie mit über 5000 übergewichtigen Typ-2-Diabetikern ließ sich allein durch ein intensives Bewegungs- und Ernährungsprogramm der HbA1c-Wert bei den Patienten von anfangs 7,3 Prozent auf 6,6 Prozent senken.

Einen solchen Effekt kriegt man mit einem einzelnen oralen Antidiabetikum nicht hin. Das heißt, wenn wir die Basistherapie bei Diabetes nicht in den Griff bekommen, wird eine medikamentöse Therapie scheitern. Das ist schon ein Paradigmenwechsel in der Behandlung von Menschen mit Typ-2-Diabetes.

16 CME-Punkte gibt es für das Diabetes Update

Beim Diabetes Update wird 2008 wieder der aktuelle Stand zu Diagnostik und Therapie vermittelt. Die Veranstaltung findet am 11. und 12. April in Düsseldorf statt. Sie ist mit 16 CME-Punkten zertifiziert. In dem kompakten Seminar wird der aktuelle Stand des klinisch relevanten Wissens zur Diabetologie vermittelt. Die wichtigsten Studienergebnisse aus 2007 werden zusammengefasst. Außer um Prävention, Therapie und Diagnostik geht es um Ernährung, Neuropathie und Schwangerschaft. Als neues Thema wurde "Diabetes und Auge" aufgenommen.

Die wissenschaftliche Leitung des Updates hat Professor Stephan Martin vom Westdeutschen Diabetes- und Gesundheitszentrum (Sana Kliniken Düsseldorf) zusammen mit Professor Werner Scherbaum von der Universität Düsseldorf.

Mehr Infos und Anmeldung: www.diabetes-update.com

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